Herzlich willkommen …

Hervorgehoben

… auf dem Wissenschaftsblog der Universitätsmedizin Halle (Saale)!

Hier finden Sie in loser Folge aktuelle Berichte aus den Bereichen Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dazu zählen Interviews, Porträts, Reportagen, aber auch Preisverleihungen und Veranstaltungshinweise.

Der Wissenschaftskalender weist auf Veranstaltungen (in Halle, aber auch außerhalb) primär für Wissenschaftler, medizinische und naturwissenschaftliche Kolleginnen und Kollegen und Studierende hin und kann exportiert werden, beispielsweise in den Outlook- oder Google-Kalender, aber auch iCal von Apple sowie andere Apps. Er kann somit in den eigenen Kalender integriert werden.Für öffentliche Patientenvorlesungen oder Führungen der Universitätsmedizin Halle (Saale) konsultieren Sie bitte diesen Veranstaltungskalender.

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Der Blog ist eine Ergänzung zur Internetpräsenz der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Halle (Saale):
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Mit wissenschaftlichem Austausch den Horizont erweitern

Der wissenschaftliche Austausch über Ländergrenzen hinweg wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität mehr und mehr ausgebaut und beruht dabei nicht unwesentlich auf dem persönlichen Engagement einzelner. Nicht nur, dass Nachwuchswissenschaftler/innen aus Halle im Ausland forschen, sondern ebenso kommen ausländische Forschende an die hallesche Universitätsmedizin zu Besuch.

Aaron Berger (l.) und Kriti Sood haben fünf Wochen in Halle verbracht.

So gibt es beispielsweise einen Austausch zwischen der Columbia University in New York City und der Medizinischen Fakultät in Halle im Rahmen des Präparierkurses am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Jüngst waren mit Aaron Berger und Kriti Sood zwei Zahnmedizin-Studierende für fünf Wochen in Halle zu Gast, die zuvor Teil des internationalen Kurs-Projektes waren.

„Wir wurden in Halle herzlich willkommen geheißen und haben viel gelernt“, sagt Kriti, die nach ihrem Bachelor in Biologie und Immunologie nun an der Columbia Zahnmedizin studiert. „Die Fakultät ist kleiner als unsere und es gibt hier bereits im Studium eine größere Bandbreite im praktischen Bereich“, hat Aaron festgestellt. Er ist wie Kriti ab Herbst im zweiten Studienjahr und hat zuvor einen Bachelorabschluss in Business Administration erworben. „Das Bildungssystem ist da anders als in Deutschland“, sagt er. Man könne vor der „Medical School“ etwas völlig fachfremdes studiert haben.

In Halle haben sie vor allem ihren deutschen Kommilitonen über die Schulter geschaut. „Die Ausstattung und die Werkzeuge sind den unseren sehr ähnlich, da gibt es keine großen Unterschiede“, sagt Kriti.

Neben den Einblicken in den Alltag deutscher Zahnmedizin-Studierender blieb aber auch Zeit, die Umgebung näher kennenzulernen. So führte ein Ausflug mit Prof. Kielstein nach Berlin, ein anderer mit dem emeritierten Professor Bernd Fischer und dem Newcomers Club der halleschen Universität zum nahegelegenen Petersberg. Aber auch „little things“ (kleine Dinge), wie zum Frühstück ein Espresso auf dem halleschen Markt, seien ein Highlight gewesen, sagt Kriti. Und Aaron kam beim Lacrosse-Training sogar in den Genuss, mit der halleschen Uni-Mannschaft einer US-Ostküsten-typischen Sportart nachzugehen, die er selbst aktiv betrieben hat.

Gleichzeitig ist aber auch eine deutsche Doktorandin von Prof. Kielstein gerade im Rahmen ihrer Dissertation in New York. Zoe Vogel arbeitet in einer Forschungsgruppe mit, die zur gynäkologischen Abteilung gehört und ihren Forschungsschwerpunkt bei den lymphatischen Erkrankungen hat. „In diesem Kontext betrachten wir Lipödeme und die Beeinträchtigung der lymphatischen Strukturen unter anderem bei betroffenen Patienten. Mein Projekt befasst sich mit dem hormonellen Einfluss der Schwangerschaft auf die Ausbildung und Verschärfung von Lipödemen“, erklärt sie.

Die Forschungsgruppe sei sehr international und sie fühle sich sehr gut aufgehoben. „In einer so spannenden und vielseitigen Stadt wie New York zu sein, aber auch speziell an der Columbia, ist eine tolle Erfahrung und ich freue mich sehr die Chance zu haben, hier zu forschen, zu lernen und zu leben“, sagt Vogel. Sie ist mittlerweile bereits die zweite Studentin, die im Rahmen des wissenschaftlichen Austauschprogramms in New York forscht.

Die Zusammenarbeit mit der Columbia University geht auf das Engagement von Kielstein und ihrer New Yorker Kollegin Prof. Dr. Annette Wu zurück. Was zunächst als gemeinsames Projekt zum Präparierkurs in beiden Ländern mithilfe elektronischer Kommunikation übers Internet begonnen hatte, ist nun bereits im zweiten Jahr auch eines des persönlichen Austauschs.

Und auch mit der Oxford University in Großbritannien gibt es seit einigen Jahren einen wissenschaftlichen Austausch. Derzeit befinden sich gleich zwei Doktoranden in England und forschen in dortigen Labors. Max Büttner ist PhD-Student bei Prof. Kielstein am Institut für Anatomie und Zellbiologie, Adi Abdel-Haq Medizin-Doktorand in der Arbeitsgruppe des Tumorbiologen Prof. Stephan Feller am Institut für Molekulare Medizin. Beide halten sich gleich mehrere Monate in Oxford auf – Abdel-Haq zwölf, Büttner neun Monate.

Adi Abdel-Haq (l.) wird in Oxford von Dr. Dannielle Wellington (2.v.r.) und Max Büttner (r.) von Dr. Katharina Reglinski betreut. Prof. Feller (3.v.l.) ist maßgeblicher Initiator des HAL-OX-Programms.

Büttner arbeitet im Labor von Prof. Christian Eggeling, Abdel-Haq im Labor von Professorin Tao Dong, die beide am Weatherall Institute of Molecular Medicine der Uni Oxford angesiedelt sind.

Die Gruppe von Eggeling, der mittlerweile auch Professor an der Uni Jena ist, ist auf die Anwendung und Entwicklung von ultra-sensiblen Fluoreszenzmikroskopie-Methoden an lebenden Zellen spezialisiert, um nanoskopische Veränderungen auf dem molekularen Level zu enträtseln. Die Gruppe von Dong ist hingegen auf T-Zell-Forschung fokussiert und untersucht Faktoren, die T-Zellen bei der Kontrolle von Virusinfektionen und der Krebsentstehung beeinflussen.

Aus Oxford in Halle zu Gast war hingegen die PhD-Studentin Yvonne Yoko, die ursprünglich aus Kamerun stammt und wegen ihres PhD-Studiums mit ihrem kleinen Sohn nach Oxford gezogen ist. „Wir haben ihr für ihren zweimonatigen Aufenthalt sogar einen Kita-Platz für ihn organisiert“, erzählt Dr. Eva Kantelhardt vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik (IMEBI) der Medizinischen Fakultät, die das Projekt betreut, an dem Yoko arbeitet. Darin geht es vornehmlich um die statistische Auswertung von Daten im Zusammenhang mit Krebserkrankungen, die im Cancer Registry Network erhoben worden sind, und der Wirksamkeit von Therapien. „Erhoben wurden das Stadium, die Therapie und das Outcome, also das Ergebnis, aus elf Registrierungsstellen in zehn verschiedenen afrikanischen Ländern. Ich habe hier, vor allem am IMEBI, gelernt, die Daten auf die klinische Relevanz herunterzubrechen“, sagt Yoko. Ende September will sie mit der Auswertung fertig sein.

Yvonne Yoko (r.) arbeitet zusammen mit Dr. Eva Kantelhardt an einem Projekt.

Yoko ist Medizinerin und hat daran mitgearbeitet, die Register aufzubauen. Seit 2017 forscht sie nun in Oxford, wo sie und Kantelhardt sich erstmals getroffen haben. Ein weiteres Treffen erfolgte in Kigali, aus dem dann auch die Projektzusammenarbeit entstand.

„Es handelt sich um retrospektive Daten. Je mehr Daten wir haben, desto mehr Erkenntnisse können wir gewinnen“, sagt Kantelhardt. Es gehe auch darum, Krebs-Richtlinien für Afrika zu etablieren, zumal schon in einem einzelnen Land die Ungleichheit sehr groß sein könne. Kantelhardt forscht dazu bereits seit vielen Jahren und hat in diesem Zusammenhang eine angesehene und von diversen hochkarätigen Forschungsförderungen finanziell unterstützte Kooperation mit der Universität in Addis Abeba, Äthiopien, etabliert.

Der Austausch zwischen Halle und Oxford wird dabei vom HAL-OX Forschungsnetzwerk gefördert, das es seit einigen Jahren auf Betreiben von Feller in Halle gibt und dessen Finanzierung über den Europäischen Strukturfonds (ESF) bis 2022 gesichert ist.

„Frischekur“ für Meckelsche Sammlungen im Institut für Anatomie und Zellbiologie

Seyma Gül und Julia Hallasch (r.) kümmern sich um die Pflege der Sammlungen.

Damit die Meckelschen Sammlungen das interessante und einzigartige Kleinod bleiben, das sie sind, werden sie gut gepflegt. In diesen Wochen und Monaten erhalten mehrere Hundert Präparate in den anatomischen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sozusagen eine Frische-Kur: neue Etiketten und, wenn nötig, neue Flüssigkeit. Der Förderverein der Sammlungen hat dafür 2.000 Euro bereitgestellt. Zuständig für die praktischen Arbeiten sind Präparatorin Julia Hallasch und die Studentin Seyma Gül.

Seyma Gül weiß anhand von Listen, welche Präparate zu beschriften sind.

Auf dem Schreibtisch von Seyma Gül liegen mehrere Listen und Lagepläne der Schränke für den Raum 2 der Sammlungen, um den es aktuell geht. „Ich arbeite einen Schrank nach dem anderen ab. Es ist schon eine Geduldsarbeit, aber es macht Spaß“, erzählt die Studentin der Zahnmedizin im 6. Semester, die zusätzlich nun 26 Stunden pro Monat den Sammlungen widmet. Was das konkret heißt, wird deutlich, wenn man direkt in Raum 2 steht. Ein „Schrank“ ist eine der großen Glasvitrinen, von denen es mehrere in den Raum hineinragende Reihen gibt, plus die Glasschränke, die an den Wänden stehen.

In jedem sind oftmals mehr als 100 Präparate ausgestellt und jedes einzelne erhält dank Gül nun nach und nach ein neues Etikett. Das erstellt sie an ihrem Rechner, druckt es aus und stellt es neben oder vor das Präparat. „Darauf sind nun mehr Informationen enthalten“, sagt die 21-Jährige. Die alten Beschriftungen bleiben parallel ebenfalls erhalten, rücken nur etwas in den Hintergrund. Doch gerade sie, teils leicht vergilbt, mit wechselnden Handschriften und Jahreszahlen aus dem vorletzten Jahrhundert, verdeutlichen, wie lange es die Sammlungen bereits gibt.

Präparatorin Julia Hallasch kümmert sich gleichzeitig darum, die verschiedenen Konservierungsflüssigkeiten bei einigen Präparaten zu tauschen. Auch das muss regelmäßig gemacht werden, denn komplett dicht sind die Glasbehälter nicht und somit verdunstet über die Jahre ein Teil der Flüssigkeit oder trübt sich ein.

Der Arbeitsplatz von Julia Hallasch

„Es geht insgesamt um den Erhalt der Präparate, die einerseits natürlich interessant für jedermann, andererseits aber auch nach wie vor wissenschaftlich wichtiges Anschauungsmaterial sind“, sagt die Direktorin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie, Professorin Dr. Heike Kielstein.

Die derzeitige „Kur“ für die Präparate haben im Grunde genommen jeder einzelne Teilnehmende an den Führungen in den Sammlungen, Spender und Käufer von Publikationen über die Sammlungen ermöglicht. „Wir nehmen ja pro Person einen geringen Obolus und bekommen Spenden von Menschen, die sich statt Geburtstagsgeschenken oder zu Jubiläen Geld für uns wünschen. Und nun weiß jeder, wofür wir das Geld nutzen. Es geht sozusagen direkt wieder zurück in die Sammlungen und so bleiben diese auch für künftige Generationen erhalten“, sagt Prof. Dr. Dr. Bernd Fischer. Der emeritierte Professor hat den Vorsitz des Fördervereins der Sammlungen übernommen und macht neben Kielstein und Prof. Dr. Rüdiger Schultka viele der Führungen.

Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Friedrich Meckel d. Ä. gegründet und von der Arztfamilie Meckel nach und nach erweitert, enthielt die private Sammlung zu Hochzeiten bis zu 16.000 Präparate. Heute sind in den anatomischen Sammlungen, wovon die Meckelschen das Kernstück sind, etwa 8.000 Präparate erhalten. Sie gelten noch heute als eine der größten nationalen und europäischen anatomischen Sammlungen. 2015 wurden die Sammlungen in das Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter aufgenommen.

Weitere Informationen, beispielsweise auch zu Führungen oder zum Spendenkonto, sind zu finden unter: Meckelsche Sammlungen

Nächster Filmabend der Reihe „eMERgency in cinema“ am 25. Juli

Der Roadmovie „Simpel“ (2017) ist Gegenstand des nächsten Filmabends in der Reihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“. Gezeigt wird er am 25. Juli 2018 im Luchs.Kino am Zoo.

Wie immer ist auch diesmal ein Experte dabei, der eine Einführung zum Film gibt und hinterher als Diskussionspartner zur Verfügung steht. Diesmal ist das Prof. Dr. Georg Theunissen. Er ist Lehrstuhlinhaber für  Geistigbehindertenpädagogik und Pädagogik bei Autismus am Institut für Rehabilitationspädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Für letzteres hat er sogar die erste Professur im deutschsprachigen Raum. Er ist Vertreter des  Empowerment-Konzepts in der Behindertenarbeit und einer Inklusion im Sinne  uneingeschränkter Zugehörigkeit und Nicht-Aussonderung behinderter Menschen aus der Gesellschaft.

Zum Film:

Ben und Barnabas sind zwei unzertrennliche Brüder. Der geistig behinderte Barnabas, von allen Simpel genannt, lebt in seiner ganz eigenen Welt. Der Vater hat vor langer Zeit die Familie verlassen und will von seinem behinderten Sohn nichts wissen. Ben muss
sich sowohl um seinen Bruder als auch um seine kranke Mutter kümmern. Nach dem Tod der Mutter fliehen Ben und Simpel vor der Polizei, die Barnabas in ein Heim für geistig behinderte Menschen bringen will. Sie machen sich aus der norddeutschen Provinz auf den Weg nach Hamburg. Dies ist der Auftakt für ein Abenteuer zwischen emotionaler Rührung und Überforderung. Das Roadmovie ‚Simpel‘ ist eine Verfilmung des 2004 erschienenen gleichnamigen französischen Jugendbuchs von Marie-Aude Murail. Mit der Reise zweier ungleicher Brüder werden Themen von Familie und Freundschaft, des Erwachsenwerdens, der Emanzipation von den Eltern, von Verantwortung und Pflichtgefühl, von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen sowie Selbstbestimmung und Autonomie verhandelt. Die zum Teil komödiantische Inszenierung und die Besetzung der Hauptrolle mit einem nicht behinderten Schauspieler fordern dabei zur Diskussion der filmischen Darstellung der Lebenswelt und Lebenswirklichkeit behinderter Menschen heraus. Daran knüpft sich die generelle Frage nach den Potenzialen des Mediums Film zur Verhandlung von Diversität, Toleranz und Akzeptanz des Andersseins.
(Darsteller: David Kross, Frederick Lau, Emilia Schüle, Axel Stein; Regie: Markus Goller)

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.

Weitere Informationen auch unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema

Reha-Wiki „EDgar“ liefert strukturiertes Material für Lehrende in der Rehabilitation

Die Startseite des Reha-Wiki „EDgar“

Wie kann man didaktisch gute Lehrveranstaltungen für den Bereich Rehabilitation gestalten? Welche Inhalte sollten und müssen vermittelt werden und wie kann dies auch interaktiv geschehen?

Da kann die Online-Plattform „EDgar“ helfen. Es liefert strukturiertes, didaktisch aufbereitetes Material, das eine multiprofessionelle, praxisnahe und interdisziplinäre Lehre in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Studierende aber auch verschiedene Berufsgruppen des Reha-Sektors ermöglicht. Dafür ist die Plattform technisch als „MediaWiki“ umgesetzt worden und in vier Themenportale gegliedert: Lehr- und Lernziele, Lehr- und Lernmethoden, Lehrmaterialien und Glossar.

Die Plattform richtet sich vor allem an hauptamtliche Dozentinnen und Dozenten deutscher Hochschulen und Bildungseinrichtungen, die im Bereich Rehabilitation tätig sind. Daher auch der Name EDgar, der für „Entwicklung einer für Dozenten frei verfügbaren Datenbank mit strukturierten rehabilitationsbezogenen Lehrmaterialien“ steht. Die Basis bilden die kürzlich, unter der Mitarbeit von Projektleiter Prof. Dr. Wilfried Mau, revidierten kompetenzbasierten Lernziele des Querschnittbereichs Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren. Weiterlesen

Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik gehören zu den meistzitierten

Wissenschaftler der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Halle (Saale) gehören zu den meistzitierten deutschen Wissenschaftlern in den Bereichen Humangenetik und klinische Neurowissenschaften im Zeitraum 2012 bis 2016. Das schreibt das „Laborjournal“ (www.laborjournal.de).

Besonders herausragend ist Platz 1 in den zehn meistzitierten wissenschaftlichen Publikationen unter deutscher Beteiligung im Zeitraum 2012 bis 2016. Dabei handelt es sich um ein Paper im renommierten Fachjournal „Nature“ zu Schizophrenie-assoziierten Gen-Orten (24. Juli 2014, DOI: 10.1038/nature13595). Aber auch eine weitere Publikation ist in den Top Ten vertreten: Ein Artikel im zum Nature-Verlag gehörenden Journal „Nature Genetics“ über elf neue genetische Orte, die anfälliger für eine Alzheimer-Erkrankung machen (Dez. 2013, DOI: 10.1038/ng.2802).

In der Liste der 50 meistzitierten Köpfe aus Deutschland im Bereich klinische Neurowissenschaften sind außerdem allein drei hallesche Vertreter zu finden. PD Dr. Ina Giegling auf Platz 26, Dr. Bettina Konte auf Platz 50 und Prof. Dr. Dan Rujescu, der als einziger aktueller Klinikdirektor einer Psychiatrie mit Platz 8 in den Top Ten zu finden ist. Des Weiteren ist er auf Platz 26 in der Rubrik meistzitierte Köpfe in der Humangenetik zu finden. „Das ist schon sehr beachtlich und zeigt, welche Fachgebiete von unserer Forschung beeinflusst werden“, sagt Rujescu. „Wenn man betrachtet, in welchem Umfeld wir uns bewegen, können wir sehr stolz auf diese Platzierungen sein.“ Immerhin befinde man sich in guter Gesellschaft mit großen, renommierten Forschungszentren und Instituten der gesamten Breite der Hirnforschung und nicht nur der Psychiatrie, die in vielen Fällen personell und finanziell besser ausgestattet seien.

Die Basis für das Ranking, das kürzlich veröffentlicht wurde, bildet die Datenbank „Web of Science“. Berücksichtigt worden seien Artikel mit mindestens einem im deutschsprachigen Raum ansässigen Autoren sowie Forschende, die hauptsächlich in Fachblättern der Humangenetik beziehungsweise Klinischen Neurowissenschaften publiziert hatten oder an einer Einrichtung mit dieser Ausrichtung arbeiteten.

Theoretisch spitze. Praktisch auch! Bis 15. Juli für „Evidenzbasierte Pflege“ bewerben

Der Countdown läuft! Wen es nach dem Abitur in einen Beruf im Gesundheitswesen zieht und der aber zudem auch studieren möchte, für den ist das Studium „Evidenzbasierte Pflege“ an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg genau das richtige. Bis zum 15. Juli kann man sich dafür noch bewerben, Studienbeginn ist dann im Oktober.

Der Studiengang bietet einen Bachelorabschluss in Pflegewissenschaft, einen Berufsabschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/in und die gesetzlich verankerte Genehmigung, später heilkundliche Tätigkeiten zu übernehmen. Was es damit auf sich hat und wo es weitere Informationen gibt, ist im neuen Film zum Studiengang zu erfahren:

Lange Nacht der Wissenschaften an der Unimedizin: 80 Blutspenden, 20 Stammzellspende-Registrierungen und 582 Euro für den Förderverein

Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 6. Juli 2018 ist an der Universitätsmedizin Halle (Saale) auch an andere gedacht worden. So haben allein zwischen 18 und 21.30 Uhr 80 Besucherinnen und Besucher Blut gespendet. „Darüber freuen wir uns sehr, denn diese Spenden werden gebraucht. Nach Beginn der Sommerferien fängt bei uns das „Sommerloch“ an und geht erfahrungsgemäß die Spendebereitschaft zurück“, sagt Dr. Manfred Kiese vom Zentrum für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Halle (Saale).

20 der Blutspender/innen haben sich zudem als potenzielle Knochenmark-Stammzellspender/innen registrieren lassen und können somit vielleicht irgendwann Menschen helfen, die an Erkrankungen des blutbildenden Systems wie beispielsweise Leukämien leiden.

Doch auch der Förderverein des halleschen Universitätsklinikums kann sich über finanzielle Unterstützung freuen. Organisiert von der stellvertretenden Leiterin der Stabsstelle für Angewandte Pflegeforschung, Susanne Gerhardt, hat ein Bücherbasar 582 Euro erbracht. „Wir haben etwa 200 Bücher verkauft“, sagt sie. Zum Verkauf standen Bücher aus der ehemaligen Patientenbibliothek des Universitätsklinikums aus mehreren Jahrzehnten und zahlreichen Genres, darunter auch die ein oder andere Rarität. Der Förderverein engagiert sich sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für einzelne Kliniken, Projekte und die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher waren am Freitag bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der Universitätsmedizin Halle (Saale) zu Gast. Das Angebot von Führungen wurde rege angenommen, ebenso wie die verschiedensten Mitmachaktionen, wie beispielsweise Riech- oder Gleichgewichtstests, Wunden nähen oder OP-Techniken ausprobieren.

Auch wie Roboter die Krankenversorgung unterstützen und Teil der Forschung sind, konnte man erfahren. Ein weiterer Magnet war wie immer der Rettungshubschrauber, in dem man auch selbst auf dem Pilotensitz Platz nehmen durfte.

Nächster „eMERgency in cinema“-Filmabend

Der nächste Film der Veranstaltungsreihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“ steht in den Startlöchern. Am Mittwoch, dem 20. Juni 2018, wird Andreas Dresens Film „Halt auf halber Strecke“ gezeigt.

Diesmal wird der Film durch eine Einführung und Diskussion mit Prof. Dr. Jan Schildmann (Direktor) und Dr. Florian Bruns, beide vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg begleitet. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Klinische Ethik, Ethik der Forschung mit  Menschen, Norm und Empirie in der Medizinethik (Schildmann) bzw. ethische Fragen am Lebensende (Bruns).

Zum Film: Frank Lange ist ein 44jähriger, durchschnittlicher Familienvater, mit Reihenhaus, Frau und zwei Kindern. Sein durchschnittliches Leben bricht plötzlich zusammen, als bei ihm ein bösartiger und inoperabler Gehirntumor diagnostiziert wird.

Er dokumentiert das Fortschreiten seiner Krankheit mit dem eigenen Smartphone. Während seine Familie zunehmend mit der Situation überfordert ist, verliert Frank immer öfter die Orientierung und unterliegt, gezeichnet durch die Krankheit und Einnahme
von Schmerzmitteln, einer starken Persönlichkeitsveränderung.

Andreas Dresens Film dokumentiert mit einfühlsamer Nähe und beeindruckendem Realismus Krankheit und Sterben seines Protagonisten. Was dieser Prozess nicht nur für den Patienten selbst, sondern auch für dessen Familie bedeutet, wird vor allem durch die großartigen Hauptdarsteller greifbar. Durch Laiendarsteller erhält der Film zudem eine Authentizität, die so im Kino nur selten zu erleben ist. „Halt auf freier Strecke“ zeigt die banalen und grausamen Momente des Sterbens ebenso wie Momente von Wärme, Würde und Barmherzigkeit, um die die Familie zunehmend kämpfen muss.

Alle Veranstaltungen finden im Luchs.Kino am Zoo statt.
Der Eintritt beträgt 7 € bzw. 5,50 € ermäßigt.

Weitere Informationen im Wissenschaftskalender hier auf dem Blog oder unter:
https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema
https://www.facebook.com/luchskino

Medizinstudentin erhält Vortragshauptpreis bei Kongress der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung

Der halleschen Medizinstudentin Viktoria Böker ist in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen der Hauptpreis in der Kategorie „Vortrag“ der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung verliehen worden. Vortrag und Preisverleihung fanden Anfang Juni auf der 1. Gemeinsamen Jahrestagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung in Leipzig statt.

Tagunsgpräsident PD Dr. Ulrich Halm, Preisträgerin Viktoria Böker, Präsident der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung Prof. Jürgen Weitz und Tagungspräsident Prof. Dr. Karsten Ridwelski (v.l.n.r.)

In ihrem Vortrag zum Thema „Stellatumzellen und ihre Beteiligung am Pankreaskarzinom“ stellte Böker ihre Promotionsarbeit in der Sitzung der jungen Chirurgen in Mitteldeutschland vor, die sie im Forschungslabor der Klinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie am Universitätsklinikum Halle (Saale) anfertigt. In ihrer Arbeit untersucht sie mögliche genetische Veränderungen von spezialisierten Bindegewebszellen, sogenannten Stellatumzellen, die eine wichtige Rolle im Rahmen der Tumorentwicklung des Bauchspeicheldrüsenkrebses spielen.

Böker konnte erstmalig zeigen, dass auch in diesen nicht-bösartigen den Tumor begleitenden Zellen genetische Veränderungen zu finden sind, die wahrscheinlich eine wichtige Rolle für das Tumorwachstum spielen und Angriffspunkte für neue diagnostische Methoden und Therapien darstellen könnten.

Programm der Langen Nacht der Wissenschaft in Halle ist online

Die Lange Nacht der Wissenschaften in Halle präsentiert sich in ihrer 17. Auflage mit einer Website in neuer Optik und weiterhin mit ihrem Markenzeichen: der Eule. Ab heute, 7. Juni 2018, sind das Programm sowie weitere nützliche Informationen unter der Adresse www.lndwhalle.de abzurufen. Sachsen-Anhalts größte Wissenschaftsveranstaltung findet in diesem Jahr am Freitag, 6. Juli, statt; rund 90 universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen laden zu über 300 Veranstaltungen ein.

Die 17. Lange Nacht der Wissenschaften organisiert die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen mit zahlreichen Forschungseinrichtungen und der Stadt Halle. In der Zeit von 17 Uhr abends bis 1 Uhr morgens präsentieren am 6. Juli Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende eine ganze Nacht lang ihre Arbeitsgebiete mit Experimenten, Science Slams, Führungen, Vorlesungen und Diskussionsrunden. Zusätzlich gibt es auf dem Universitätsplatz ein umfangreiches Bühnenprogramm und am Von-Seckendorff-Platz ein Feuerwerk mit Musik.

Die Universitätsmedizin Halle (Saale) wird sich wie jedes Jahr von 18 bis 21.30 Uhr am Universitätsklinikum Halle (Saale) in der Ernst-Grube-Straße 40 präsentieren.

Die Online-Version des Programms bietet Nutzerinnen und Nutzern neben allen – fortlaufend aktualisierten – Informationen auch die Möglichkeit, sich das eigene Programm auf einem Merkzettel zusammenzustellen und sich diesen zum Ausdrucken oder zum Anzeigen auf dem Smartphone zuschicken zu lassen.

Das gedruckte Programmheft zur Langen Nacht der Wissenschaften ist voraussichtlich ab 11. Juni 2018 erhältlich. Das Heft liegt dann kostenlos in der Tourist-Information im halleschen Marktschlösschen, Marktplatz 13, und an vielen weiteren Stellen in Halle und der Region aus.

Das Programm online unter: www.lndwhalle.de

(Text: Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 7. Juni 2018)