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Hervorgehoben

… auf dem Wissenschaftsblog der Universitätsmedizin Halle (Saale)!

Hier finden Sie in loser Folge aktuelle Berichte aus den Bereichen Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dazu zählen Interviews, Porträts, Reportagen, aber auch Preisverleihungen und Veranstaltungshinweise.

Der Wissenschaftskalender weist auf Veranstaltungen (in Halle, aber auch außerhalb) primär für Wissenschaftler, medizinische und naturwissenschaftliche Kolleginnen und Kollegen und Studierende hin und kann exportiert werden, beispielsweise in den Outlook- oder Google-Kalender, aber auch iCal von Apple sowie andere Apps. Er kann somit in den eigenen Kalender integriert werden.Für öffentliche Patientenvorlesungen oder Führungen der Universitätsmedizin Halle (Saale) konsultieren Sie bitte diesen Veranstaltungskalender.

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Interdisziplinäre hallesche Filmreihe „eMERgency in cinema“ startet in die 5. Auflage

Es ist eine Mischung aus Unterhaltung, Wissenschaft und Diskussion. Und offenbar eine, die gut ankommt. Seit ihrem Start im Oktober 2016 sind in der wissenschaftlich begleiteten Filmreihe „eMERgency in cinema“ 24 ausgewählte Spielfilme über die Kinoleinwand im halleschen Luchs.Kino am Zoo geflimmert. Im November startet nun bereits die fünfte Auflage – Zeit also, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen und einen Ausblick zu wagen.

„Es ist spannend, einen solchen Konzipierungsprozess zu begleiten – die rauchenden Köpfe bei den Überlegungen zur Filmauswahl, die Suche nach passenden Referentinnen und Referenten, die Gestaltung der Flyer, die Öffentlichkeitsarbeit, die Budgetplanung und die Durch­führung der Evaluation – all das schweißt das eMERgency-Team zusammen und hilft, neue Ideen und Formate zu entwickeln“, erzählt Christiane Vogel, die neben Manuel Willer (beide vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin) und Theresa Rammelt (Rechtswissenschaften, meris e.V.) zum Organisationsteam gehört.

Bekanntheitsgrad und Besucherzahl der Filmreihe, die die einziger ihrer Art in Deutschland ist, sind nach und nach gewachsen. Etwa 700 Interessierte haben bisher die Vorstellungen besucht.

Neben dem eigentlichen Filmerlebnis wird jede Vorführung von Expertinnen und Experten begleitet, die eine Einführung zum jeweiligen Thema geben und im Anschluss die Diskussion mit dem Publikum leiten. Bisher standen dafür bereits 28 Referentinnen und Referenten zur Verfügung, die aus unterschiedlichsten Bereichen kamen – vom Gynäkologen bis hin zur Koordinatorin des Hospizdienstes.

Der Großteil der bei „eMERgency in cinema“ gezeigten Filme ist zwischen den Jahren 2010 und 2017 in den Kinos erschienen und somit sehr aktuell. Der bisher älteste in der Reihe ausgestrahlte Film war Stanley Kubricks Klassiker „A Clockwork Orange“ (1971), der die zweithöchste Anzahl an Besucherinnen und Besucher anlockte. Der Publikumspreis, gemessen an der Besucherzahl, würde laut den Organisatoren bisher jedoch an den preisgekrönten Film „24 Wochen“ gehen, der der Filmreihe am 19. Oktober 2016 einen phänomenalen Auftakt bescherte.

In der Filmauswahl ist dabei für jeden Geschmack etwas dabei: von der Tragikomödie über Filmbiografien, Science Fiction bis hin zum Drama. Bei den bisher gezeigten Spielfilmen wurden drei in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt (z. B. Das unbekannte Mädchen), bei elf Filmen handelte es sich um Literaturverfilmungen (z. B. Nebel im August, Die Lebenden reparieren), acht wurden in Deutschland produziert (z. B. Halt auf freier Strecke, Simpel), bei einer Produktion handelte es sich um einen schwarz/weiß-Film (Death by Death) und ein Film kam gänzlich ohne gesprochene Sprache aus (The Tribe). „Die Genres sind so vielseitig wie die Themenschwerpunkte, die in den Filmen verhandelt werden und oft gesellschaftlich sehr kontrovers diskutiert werden, unter anderem Organ­spende, Pränataldiagnostik, Sterbehilfe, (Spät-)Abtreibung, Krebserkrankung oder auch Euthanasie“, sagt Vogel. Diese Beispiele stehen exemplarisch für sämtliche Themen und Anliegen der Filmreihe, mit denen sich die beteiligten Institutionen in Forschung und Lehre tagtäglich auseinandersetzen, so Vogel.

Nun steht die 5. Auflage von „eMERgency in cinema“ in diesem Wintersemester in den Startlöchern. Zwischen November 2018 und Februar 2019 sind vier Kinoabende geplant. Dabei wird es wie gewohnt eine Mischung aus verschiedenen Themen geben, darunter beispielsweise die Frage nach der Einwilligungsfähigkeit eines Minderjährigen innerhalb einer richterlichen Debatte um eine mögliche Kindeswohlgefährdung. Als Experten sind der Familienrichter Markus Niester (Amtsgericht Weißenfels) und der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Daniel Clauß (Universitätsklinikum Halle) am 7. November 2018 mit der Literaturverfilmung „Kindeswohl“ (GB, 2017) von der Partie und stehen Rede und Antwort. Weiter geht es am 5. Dezember mit „Girl“, „1000 Arten Regen zu beschreiben“ am 9. Januar und „Repo! The Genetic Opera“ am 6. Februar 2019.

Die interdisziplinäre Filmreihe, die im englischen Begriff Emergency auch das Akronym MER enthält, das für die drei Disziplinen Medizin – Ethik – Recht steht, führt bewegtes Bild und Wissenschaft zusammen. Die Disziplinen stehen im Mittelpunkt des Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrums Medizin-Ethik-Recht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit seinem angesehenen gleichnamigen Masterstudiengang. Das Zentrum organisiert gemeinsam mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der MLU und dem meris e.V. die Kinoreihe.

Weitere Informationen zur Filmreihe unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema, www.facebook.com/luchskino/ und www.medizin.uni-halle.de/igem

Nachwuchsforschende des Instituts für Medizinischen Soziologie heimsen Preise ein

Ein Nachwuchsforschungspreis, die Prämierung einer Masterarbeit und eines wissenschaftlichen Posters sowie die Auszeichnung einer Publikation: Das ist die Bilanz zu Preisen und Auszeichnungen, die zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und ein Nachwuchswissenschaftler des Instituts für Medizinische Soziologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg jüngst einheimsen konnten.

Dr. Irene Moor ist mit dem alle zwei Jahre vergebenen Nachwuchspreis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) auf deren gemeinsamer Jahrestagung mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) ausgezeichnet worden. Damit soll die Forschungsaktivität der Nachwuchswissenschaftlerin gewürdigt werden, die sich vor allem mit Trends und Erklärungen zu gesundheitlicher Ungleichheit beschäftigt. Dazu hatte Moor auch ihre Dissertation verfasst. Der Nachwuchspreis, für den sie unter sechs Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt wurde, ist mit 2.000 Euro dotiert.

Auf der gleichen Veranstaltung wurde zudem Nico Seifert für die zweitbeste Masterarbeit ausgezeichnet. In dieser hat er den Einfluss der sozialen Isolation auf die Gesundheit von Menschen ab einem Alter von 30 Jahren untersucht. Datengrundlage war das Sozioökonomische Panel aus mehreren Jahren, was wiederum 100.000 Beobachtungen beinhaltete. Er fand heraus, dass soziale Isolation zu einer schlechteren subjektiven Gesundheit führt – bei Männern und Frauen gleichermaßen. Sei man isoliert und zudem auch wirtschaftlich schwach aufgestellt, verstärke sich der Effekt sogar noch, ebenso wie mit zunehmendem Alter. Zusätzlich wurde sein wissenschaftliches Poster zu seinem Masterthema mit einem Posterpreis der DGMS gewürdigt.

Die dritte Preisträgerin im Bunde ist Laura Hoffmann, die beim Forschungs- und Innovationspreis der Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften in der Kategorie „Beste Publikation“ den dritten Platz belegt hat. Die GfR lobt diesen Preis seit 2016 gemeinsam mit dem Rehabilitationswissenschaftlichen Verbund Berlin, Brandenburg und Sachsen (BBS) und dem Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt und Thüringen (SAT) aus. Die Publikation heißt: „Zugang zur stationären Rehabilitation bei Methamphetaminabhängigkeit – Barrieren und Optimierungspotenziale aus Expertenperspektive“ und ist 2017 im Journal Rehabilitation (DOI: 10.1055/s-0043-121492) erschienen. Hoffmann ist Doktorandin an der Uni Magdeburg (Qualitative Sozialforschung) ist und forscht am Institut für Medizinische Soziologie in Halle.

 

Erstes Treffen von Beteiligten der teilnehmenden Kliniken an der klinischen „Be-Up: Geburt aktiv“-Studie

Hebammen, Ärztinnen und Ärzte, die an der Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ beteiligt sind, treffen sich am Mittwoch, dem 10. Oktober 2018, erstmals am Berliner Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter der geburtshilflichen Teams des Universitätsklinikums Halle (Saale), des Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin, des Universitätsklinikums Jena, des Städtischen Klinikums Brandenburg, des Städtischen Klinikums Wolfsburg und des Franziskus-Hospitals Bielefeld.

„Das Studientreffen hat zum Ziel, das an der Studie beteiligte Personal zusammenzubringen, um untereinander Herausforderungen, Erfahrungen und Vorschläge bezüglich der Umsetzung auszutauschen“, sagt Dr. Gertrud M. Ayerle vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die die Studienleitung innehat. „In jeder Klinik sind die räumlichen Voraussetzungen, die Personalausstattung oder die Organisation der Arbeitsabläufe anders, daher ist es auch für das Studienteam wichtig, die wertvollen Erfahrungen der Beteiligten aus erster Hand kennen zu lernen und zu diskutieren, die bei den Betreuungsbesuchen durch das Studienteam nicht direkt thematisiert werden.“ Weiterlesen

Charles-Tanford-Proteinzentrum der Uni Halle startet seine Arbeit

Charles-Tanford-Proteinzentrum (Foto: Uni Halle/Maike Glöckner)

Das Charles-Tanford-Proteinzentrum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wird am Freitag, 12. Oktober 2018, mit einem Festsymposium feierlich eröffnet. Rund 150 internationale Gäste aus der Wissenschaft werden zu der Veranstaltung erwartet. Das Proteinzentrum wurde in den vergangenen vier Jahren am Weinberg Campus in Halle gebaut. Die Kosten für das neue Gebäude betrugen rund 40 Millionen Euro, die der Bund und das Land Sachsen-Anhalt jeweils zur Hälfte übernommen haben. Aktuell forschen hier 255 Beschäftigte der MLU gemeinsam an Fragen der Proteinbiochemie.

Das Charles-Tanford-Proteinzentrum ist der neueste Forschungsbau der MLU auf dem Weinberg Campus. Es wurde von 2014 bis 2018 gebaut und hat eine Nutzfläche von rund 5.400 Quadratmetern. In dem modernen Forschungsbau arbeiten 255 Beschäftige aus 14 Arbeitsgruppen der Naturwissenschaftlichen Fakultäten I und II sowie der Medizinischen Fakultät an gemeinsamen Forschungsprojekten zu Proteinen. Bis zum Bezug des Hauses in diesem Jahr waren diese Arbeitsgruppen auf unterschiedliche Standorte verteilt. Insgesamt stehen den Forscherinnen und Forschern 125 moderne Labore und 62 Büros sowie mehrere Besprechungs- und Konferenzräume zur Verfügung.

Proteine sind wichtige Bausteine des menschlichen Körpers und steuern innerhalb von Zellen viele wichtige Prozesse, zum Beispiel die Weitergabe von Erbinformationen. An der MLU konzentriert sich die Proteinforschung auf vier Themenkomplexe: Die Erforschung von Membranproteinen, von Proteinen in der posttranskriptionellen Genregulation, von Proteinen in der Tumorentstehung und als Tumormarker sowie von Proteinmodifikationen und ihrer funktionellen Bedeutung. Die durch Grundlagenforschung gewonnenen Erkenntnisse helfen zum Beispiel in der medizinischen Diagnostik und Krebstherapie, aber auch in der Pflanzenforschung.

Benannt ist das Proteinzentrum nach dem jüdischen Wissenschaftler Charles Tanford (1921-2009), einem Pionier der Proteinforschung. Tanford wurde unter dem Namen Karl Tannenbaum in Halle geboren. Seine Familie emigrierte 1929 nach England und änderte dort ihren Familiennamen. Charles Tanford erhielt seine akademische Ausbildung in den USA und verbrachte dort sein gesamtes wissenschaftliches Leben. Er führte insbesondere grundlegende Arbeiten zur Stabilität der Proteinstruktur durch.

Weitere Informationen zur Veranstaltung unter: https://proteinzentrum.uni-halle.de/openningsymposium/

Quelle: Pressemitteilung der MLU

Volkswagenstiftung finanziert Workshop zu Infektionen und Krebserkrankungen in Uganda mit 83.000 Euro

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der halleschen Universitätsmedizin haben 83.000 Euro von der Volkswagen Stiftung für einen Workshop in Uganda erhalten, der bereits kommende Woche in Entebbe stattfindet. Damit wird einmal mehr die seit 2005 bestehende Zusammenarbeit der halleschen Universitätsmedizin mit afrikanischen Ländern finanziell unterstützt.

Übergeordnetes Thema des multinationalen, fünftägigen Workshops ist „Infektionen und Krebs in Afrika“. „Wir zielen darauf ab, ein Konsortium und eine Forschungskollaboration aus Krebsexperten und zu Infektionskrankheiten Forschenden aufzubauen, um der steigende Zahl an Krebserkrankten begegnen zu können, deren Ursache eine Infektionskrankheit war und die zudem auch diversen tropischen Krankheiten ausgesetzt sind“, erläutert Dr. Eva Kantelhardt, die das Geld bei der VW-Stiftung beantragt hatte. Beteiligt an der Ausrichtung des Workshops sind das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik (IMEBI, Professor Rafael Mikolajczyk), das Institut für Medizinische Immunologie (Prof. Barbara Seliger) sowie die Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie (Prof. Christoph Thomssen). Neben Kantelhardt und den genannten Professoren werden auch fünf Doktoranden und ein PostDoc mit nach Uganda reisen.

Neben Faktoren wie Mangelernährung oder übertragbare Krankheiten sind vor allem auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs eine große Belastung für einkommensschwache Länder. Der afrikanische Kontinent ist am meisten von Krebserkrankungen aufgrund einer Infektionskrankheit betroffen, wobei ein Drittel der Fälle potenziell behandelbar wäre. Weiterlesen

Letzter Film bei „eMERgency in cinema“ im Sommersemester

Das Sommersemester neigt sich dem Ende zu und somit auch die vorlesungsfreie Zeit. Zum Abschluss zeigt die Filmveranstaltung „eMERgency in cinema“ den Streifen „My Son, My Son, What Have Ye Done“ aus dem Jahr 2009 – und zwar im englischen Original mit deutschen Untertiteln. gezeigt. Als Experten werden Dr. Eva-Maria Fahmüller und Dr. med. Stephan Röttig im Kinosaal den Film anmoderieren und stehen im Nachgang auch als Diskussionspartner zur Verfügung.

Zum Film: Der Student Brad Macallam tötet seine Mutter und verschanzt sich mit zwei Geiseln in seinem Elternhaus. Zwei Detectives versuchen herauszufinden, weshalb Brad den Mord beging und wie die Situation deeskaliert werden könnte, ohne das Leben der Geiseln zu gefährden. Hierzu befragen sie seine Verlobte Ingrid und den Leiter der Schauspielgruppe, mit der Brad die Orestie nach Aischylos einstudiert hatte. Nach und nach zeigt sich, dass Brad in Folge eines traumatischen Erlebnisses eine schizophrene Störung entwickelte und zunehmend den Bezug zur Realität verloren hat. Er fühlt sich in mystisch-narzisstischer Weise mit Gott verbunden und auch seine Rolle als der Muttermörder Orest gräbt sich tief in seine Persönlichkeit ein.

Werner Herzogs Film ist stilistisch eng mit dem Werk von David Lynch verbunden und man kann sich kaum einen besseren Orientierungspunkt vorstellen, wenn es um die Thematisierung von Realitätsverlust, Paranoia und Halluzinationen geht. Brads Schizophrenie wird im Kino sicht- und fühlbar, Herzog schafft beim Publikum selbst immer wieder Unsicherheit, ob das Gesehene real oder Teil von Brads Wahrnehmungsstörung ist. Dass auch hier wieder eine psychische Störung im Film mit Gewalt verbunden wird, lädt ebenso zur kritischen Diskussion des herausragenden Filmes ein wie Herzogs Kunst der Publikumsverwirrung.

Zu den Experten:

Dr. Eva-Maria Fahmüller ist freie Dramaturgin und Dozentin, unter anderem an der Filmuniversität Babelsberg. Sie leitet die Masters School Drehbuch in Berlin. Zudem ist sie Vorstandsvorsitzende von VeDRA, dem Verband für Film- und Fernsehdramaturgie. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Darstellung psychischer Krankheiten in Film und Fernsehen in zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Essays.

Dr. med. Stephan Röttig hat als Oberarzt der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universitätsmedizin Halle (Saale) umfangreiche Erfahrungen mit Betroffenen, die unter einer veränderten Realitätswahrnehmung leiden.

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.
Weitere Informationen auch unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema

Erneut verbringen polnische Studierende ihre Famulatur in Halle

Mehr als ein Jahrzehnt ist die Universitätsmedizin Halle (Saale) nun bereits Gastgeber für Studierende aus Polen. Im 13. Jahr sind Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und arbeiten bis Ende September an verschiedenen Kliniken mit. Die Famulatur ist als Pflichtpraktikum Teil des Studiums und kann auch im Ausland absolviert werden.

Die polnischen Famulanten (3., 5., 7. und 9. von links) mit ihren Betreuerinnen und Betreuern am UKH (Foto: Fotostelle UKH)

In diesem Jahr gewähren die Universitätskliniken und Polikliniken für Innere Medizin II (Prof. Dr. Matthias Girndt), Innere Medizin III (Prof. Dr. Michel Noutsias), Innere Medizin IV (PD Dr. Lutz Müller), Gynäkologie (Prof. Dr. Christoph Thomssen), Geburtshilfe (Prof. Dr. Michael Tchirikov), Augenheilkunde (Prof. Dr. Arne Viestenz) und das Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Stefan Delank) Einblicke in ihren klinischen Alltag. Parallel dazu werden die polnischen Famulanten Wiktoria Langkafel, Aleksandra Derwich, Monika Serkowska, Wojciech Piechowiak und Sara Królik in den ersten beiden Wochen auch einen Deutschkurs absolvieren.

„Wir haben wieder versucht, den Studierenden bezüglich der Einsatzmöglichkeiten Wünsche zu erfüllen“, sagt Prof. Dr. Stefan Plontke. Der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie ist Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań. Wie jedes Jahr engagiert sich auch Prof. Albert Krause, der längst im Ruhestand ist, und unternimmt mit den Gästen eine Tour.

„Wir freuen uns sehr, dass das Interesse und die Freude an dem langjährigen Austausch sowohl hier in Halle als auch in Polen ungebrochen sind und wir großes Engagement von den angefragten Kliniken im UKH erfahren. Damit können die Studierenden in verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln und ihre praktischen Fähigkeiten ausbauen“, sagt Dr. Tomasz Banisch, der die Famulanten unter anderem betreut. Insgesamt waren seit 2005 rund 80 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

Bereits 1975 initiierten Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle, die mittlerweile beide verstorben sind, die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seither treffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Neue Amtszeit für Dekan und Fakultätsvorstand hat begonnen

Die neue Amtszeit des Dekans und des neuen Fakultätsvorstandes der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beginnt am 1. September 2018. Dieser besteht weiterhin aus dem Dekan Prof. Dr. Michael Gekle und den Prodekanen Prof. Dr. Michael Bucher (Nachwuchsförderung), Prof. Dr. Matthias Girndt (Studiendekan) und Prodekanin Prof. Dr. Gabriele Meyer (Genderfragen). Prof. Dr. Hans-Günter Schaller hat zudem nach wie vor den Status des Vertreters der Zahnmedizin. Die Vertreter hatte Gekle nach seiner erneuten Wahl zum Dekan auch für die nächste Amtszeit vorgeschlagen und sie waren im Fakultätsrat wiedergewählt worden. Zum Vorstand gehört aber auch der Prodekan Forschung und hier gibt es eine Veränderung.

Prof. Dr. Dirk Vordermark, Direktor des Departments für Strahlenmedizin und der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie, hat sein Amt als Prodekan auf eigenen Wunsch abgegeben und gehört dem Vorstand nicht mehr an. Vordermark hatte sechs Jahre die Leitung des Prodekanats Forschung inne und saß in dieser Funktion auch dem Forschungsausschuss der Fakultät vor. Er bleibt aber weiterhin Vorsitzender der Arbeitsgruppe Großgeräte.

„Der Vorstand hat in den vergangenen vier Jahren viele Herausforderungen gemeistert und die Medizinische Fakultät als Teil der Universitätsmedizin Halle (Saale) ein großes Stück vorangebracht. Dafür möchte ich allen Mitgliedern ausdrücklich meinen Dank aussprechen. In der neuen Amtszeit gilt es nun, die Arbeit genauso konstruktiv anzugehen und für die Fakultät, aber auch – in den gemeinsamen Vorstandssitzungen mit dem Klinikumsvorstand für das Universitätsklinikum – die besten Entscheidungen zu treffen. Ziel muss es nach wie vor sein, dass die Universitätsmedizin Halle (Saale) als wichtiger und großer Arbeitgeber, als hervorragende Ausbildungsstätte und als moderner Forschungsakteur bestmöglich in der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird“, so Gekle.

Neuer Prodekan Forschung und neues Mitglied im Fakultätsvorstand ist Prof. Dr. Patrick Michl, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I. Zu seiner neuen Aufgabe als Prodekan äußert er sich im folgenden Kurzinterview.

  • Prof. Michl, Sie sind seit 1. September 2018 Prodekan Forschung an der Medizinischen Fakultät. Welche Aufgaben haben Sie sich vorgenommen, was wollen Sie erreichen?

Zum einen will ich dazu beitragen, dass die nationale Sichtbarkeit unserer Universitätsmedizin noch mehr gefördert wird, sprich dass wir als Wissenschaftsstandort stärker zur Geltung kommen. Wir haben gute Leute, wir sind eine vergleichsweise kleine Fakultät, die bereits gut interagiert. Allerdings ist sicherlich noch Potenzial vorhanden, um weitere Synergien zu schaffen und die Akteure unserer Forschungsschwerpunkte innerhalb der halleschen Universitätsmedizin noch mehr zu vernetzen. Das wiederum soll dafür sorgen, dass es mehr gemeinsame Projekte, mehr Drittmittel-Förderung und damit auch mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und innerhalb der Universitätslandschaft gibt. Ich wünsche mir, Forschung nicht nur zu verwalten, sondern Anreize zu schaffen, die Forschung an unserer Fakultät quantitativ und qualitativ noch besser zu machen.

  • Wo sehen Sie die Fakultät forschungstechnisch, auch im Hinblick auf Verbünde, in vier Jahren?

Ich hoffe und sehe gute Chancen, dass aus unserem Graduiertenkolleg 1591 „RNA-Biologie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Sonderforschungsbereich der DFG entsteht. Außerdem erwarte ich, dass unser zweites GRK „ProMoAge“ in vier Jahren in der zweiten Förderphase steht und dass möglicherweise weitere GRKs bzw. Verbundinitiativen unter Beteiligung oder Federführung der Medizinischen Fakultät in der Antragstellung vorangekommen beziehungsweise bewilligt sind.

  • Welche Ideen haben Sie für das Prodekanat selber? Können sich unsere Forschenden denn auf Neuerungen oder ähnliches freuen?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass Prof. Vordermark exzellente Arbeit geleistet und das Prodekanat in seiner ihm eigenen ruhigen und besonnenen Art sehr gut geführt hat. Für mich ist es eine neue Aufgabe, in die man sich naturgemäß erst einfinden muss. Alleingänge wird es aber nicht geben, es kommt in diesem wichtigen Bereich essentiell auf gute Zusammenarbeit und Transparenz an. Ein bedarfsgerechter Ausbau unserer Core Facilities (CF) und Förderung der Biobank- und Informatik-Initiative gehört sicherlich zu den Prioritäten. Es ist aber aus meiner Sicht des Weiteren eine Diskussion wert, wie neben den bisher vergebenen leistungsorientierten Mitteln (LOM), die für die Einrichtungen ausgegeben werden, zusätzlich die individuelle Leistung einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser gewürdigt und gegebenenfalls finanziell berücksichtigt werden kann, beispielsweise in Form von Freistellungen oder finanziellen Anreizen. Das stellt ja auch eine Form der Würdigung eines wissenschaftlichen Vorhabens dar und erhöht die Motivation für unsere Forschenden. Das muss man in Ruhe gemeinsam analysieren.

1. „Mitteldeutscher Pflege-Hackathon“ vom 21. bis 23. September in Halle (Saale)

Kreative Köpfe aus den Bereichen Medizin, Pflege, Informatik und Design sowie jeder andere, der sich für Digitalisierung interessiert, können ihre Ideen beim „1. Mitteldeutschen Pflege-Hackathon“ des Bündnisses Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG) einbringen.

Der findet unter dem Thema „Digitalisierung in der Pflege“ vom 21. bis 23. September 2018 in Halle statt. Veranstaltungsort ist die ehemalige Universitätsklinik für Orthopädie – Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22. Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung von Challenges wie Digitale Vernetzung und Kommunikation von älteren Menschen in neuen Wohnumgebungen, Digitale Wunddokumentation, ein starkes Herz mit Digitalisierung oder auch bedarfsorientierte Pflegeunterstützung finden und entwickeln oder Berufsperspektiven in der Pflege 4.0.

„Der erste TDG-Hackathon ist ein völlig neues Format und wir brauchen viele kreative Köpfe aus Mitteldeutschland, um die digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft beginnen zu lassen“, sagt Dr. Patrick Jahn von der Stabsstelle Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle (Saale), der einer der TDG-Projektverantwortlichen ist. „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung geht uns alle an und in unserem Hackathon können wir diese in intensiven 48 Stunden völlig neu denken und gestalten. Hierfür steht uns eine alte Klinik und jede Menge modernster Technik zur Verfügung: Vom Roboter Pepper bis zur Holo-Lens und 3D-Druck. Und neben Coaches aus vielen innovativen Unternehmen und Start-Ups kommt zu den Gruppen auch der Pitchdoktor.“

Wer wissen, will, was es mit dem auf sich hat, sollte sich bis 14. September anmelden. Die Teilnahme ist gratis, es wird bei der Registrierung jedoch ein Pfand von 30 Euro erhoben, das auf dem Event an alle Teilnehmenden direkt zurückgezahlt wird.

TDG ist eines von 32 Bündnissen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus insgesamt 105 Bündnis-Vorschlägen für die zweite Förderphase, die sogenannte Konzeptphase, des „WIR!- Wandel durch Innovationen in der Region“ Programmes ausgewählt wurden. Dieses Programm wurde vom BMBF aufgelegt, um einen innovationsbasierten Strukturwandel in verschiedenen Bereichen, wie bspw. der Gesundheitsversorgung, in den neuen Bundesländern voranzutreiben. Hierfür werden rund 150 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Die vollständige Übersicht aller Challenges beim Hackathon, weitere Informationen zu Preisen, Coaches und nutzbarer Technik sowie die Möglichkeit, sich anzumelden, unter: http://tdg.innovate.healthcare

Medizinische Fakultät Halle schließt Kooperationsvertrag mit der Columbia University in New York

Seit einigen Jahren gibt es bereits eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, nun ist sie offiziell und schriftlich in eine Vereinbarung gegossen worden: Die Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ihrem Gegenpart, dem Vagelos College of Physicians and Surgeons an der renommierten Columbia University in New York, USA. Konkret kooperieren die beiden anatomischen Institute miteinander.

„Es ist die erste Hochschulkooperation einer Fakultät der Martin-Luther-Universität mit New York. In Bezug auf eine Medizinische Fakultät ist es deutschlandweit eine der wenigen, die die Columbia University eingeht“, sagt Prof. Dr. Heike Kielstein. Die Direktorin des halleschen Instituts für Anatomie und Zellbiologie und ihre New Yorker Kollegin Prof. Dr. Anette Wu, die sich aus ihrer Zeit in Hannover kennen, haben die Zusammenarbeit aufgebaut. Zunächst wurde 2014 dank der neuen technischen Möglichkeiten sozusagen ein ozeanübergreifender Anatomie-Unterricht initiiert und dann auch der persönliche Austausch vorangetrieben.

„Konkret heißt das, dass einerseits unsere und die amerikanischen Studierenden des gleichen Semesters gemeinsam ihren Präparierkurs absolvieren und sich über Fragestellungen und Kursinhalte, aber auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bildungs- und gesellschaftlichen System austauschen. Dabei befindet sich jeder an seiner eigenen Fakultät und der Kontakt besteht über Video-Chats. Das ist mit der Zeitverschiebung jedes Mal sportlich, zumal neuerdings auch Japan, Taiwan und Australien mit insgesamt elf Partneruniversitäten beteiligt sind.

Andererseits bedeutet es aber auch wechselseitige Studien- und Forschungsaufenthalte sowie gemeinsame Forschungsaktivitäten“, sagt Kielstein. In diesem Jahr waren zwei Zahnmedizin-Studierende und eine Humanmedizin-Studentin für einige Wochen im Sommer in Halle zu Gast. Aktuell hält sich eine hallesche Studentin für einen Forschungsaufenthalt an der Columbia University auf.

Auf Betreiben von Kielstein und Wu ist daraus nun ein Vertrag zwischen beiden Fakultäten geworden, der dem wissenschaftlichen Austausch einen offiziellen Rahmen gibt. „Damit einher geht auch die Vereinbarung, dass Studierende, die einen Forschungsblock oder beispielsweise für ihre Doktorarbeit einige Zeit an der Columbia verbringen, keine Studiengebühren zahlen müssen, die sonst an einer amerikanischen Universität üblich sind“, sagt Kielstein.

„Es ist toll, dass wir erreichen konnten, dass die erste internationale Zusammenarbeit zwischen den Medizinischen Fakultäten vereinbart wurde. Sie ermöglicht unseren Studierenden eine Erweiterung ihres Horizonts, die über die klassischen Ausbildungsinhalte hinausgeht und uns alle auch menschlich voranbringt. Wir hoffen, dass die Studierenden über den initialen Austausch hinaus weiter in Verbindung bleiben und somit ein kollegiales internationales Netzwerk aufbauen und ausbauen können“, sagt die New Yorker Professorin Anette Wu.

„Die Kooperation ist dem großen Engagement von Prof. Dr. Heike Kielstein und der Kollegin in den USA zu verdanken, die sich sehr darum bemüht haben. Dass wir als Fakultät, aber insbesondere auch unsere Studierenden, davon profitieren können und die Zusammenarbeit auf soliden Füßen steht, hat sich in der Praxis bereits bewährt“, so der Dekan der Medizinischen Fakultät Halle, Prof. Dr. Michael Gekle.