Erneut verbringen polnische Studierende ihre Famulatur in Halle

Mehr als ein Jahrzehnt ist die Universitätsmedizin Halle (Saale) nun bereits Gastgeber für Studierende aus Polen. Im 13. Jahr sind Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und arbeiten bis Ende September an verschiedenen Kliniken mit. Die Famulatur ist als Pflichtpraktikum Teil des Studiums und kann auch im Ausland absolviert werden.

Die polnischen Famulanten (3., 5., 7. und 9. von links) mit ihren Betreuerinnen und Betreuern am UKH (Foto: Fotostelle UKH)

In diesem Jahr gewähren die Universitätskliniken und Polikliniken für Innere Medizin II (Prof. Dr. Matthias Girndt), Innere Medizin III (Prof. Dr. Michel Noutsias), Innere Medizin IV (PD Dr. Lutz Müller), Gynäkologie (Prof. Dr. Christoph Thomssen), Geburtshilfe (Prof. Dr. Michael Tchirikov), Augenheilkunde (Prof. Dr. Arne Viestenz) und das Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Stefan Delank) Einblicke in ihren klinischen Alltag. Parallel dazu werden die polnischen Famulanten Wiktoria Langkafel, Aleksandra Derwich, Monika Serkowska, Wojciech Piechowiak und Sara Królik in den ersten beiden Wochen auch einen Deutschkurs absolvieren.

„Wir haben wieder versucht, den Studierenden bezüglich der Einsatzmöglichkeiten Wünsche zu erfüllen“, sagt Prof. Dr. Stefan Plontke. Der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie ist Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań. Wie jedes Jahr engagiert sich auch Prof. Albert Krause, der längst im Ruhestand ist, und unternimmt mit den Gästen eine Tour.

„Wir freuen uns sehr, dass das Interesse und die Freude an dem langjährigen Austausch sowohl hier in Halle als auch in Polen ungebrochen sind und wir großes Engagement von den angefragten Kliniken im UKH erfahren. Damit können die Studierenden in verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln und ihre praktischen Fähigkeiten ausbauen“, sagt Dr. Tomasz Banisch, der die Famulanten unter anderem betreut. Insgesamt waren seit 2005 rund 80 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

Bereits 1975 initiierten Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle, die mittlerweile beide verstorben sind, die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seither treffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Neue Amtszeit für Dekan und Fakultätsvorstand hat begonnen

Die neue Amtszeit des Dekans und des neuen Fakultätsvorstandes der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beginnt am 1. September 2018. Dieser besteht weiterhin aus dem Dekan Prof. Dr. Michael Gekle und den Prodekanen Prof. Dr. Michael Bucher (Nachwuchsförderung), Prof. Dr. Matthias Girndt (Studiendekan) und Prodekanin Prof. Dr. Gabriele Meyer (Genderfragen). Prof. Dr. Hans-Günter Schaller hat zudem nach wie vor den Status des Vertreters der Zahnmedizin. Die Vertreter hatte Gekle nach seiner erneuten Wahl zum Dekan auch für die nächste Amtszeit vorgeschlagen und sie waren im Fakultätsrat wiedergewählt worden. Zum Vorstand gehört aber auch der Prodekan Forschung und hier gibt es eine Veränderung.

Prof. Dr. Dirk Vordermark, Direktor des Departments für Strahlenmedizin und der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie, hat sein Amt als Prodekan auf eigenen Wunsch abgegeben und gehört dem Vorstand nicht mehr an. Vordermark hatte sechs Jahre die Leitung des Prodekanats Forschung inne und saß in dieser Funktion auch dem Forschungsausschuss der Fakultät vor. Er bleibt aber weiterhin Vorsitzender der Arbeitsgruppe Großgeräte.

„Der Vorstand hat in den vergangenen vier Jahren viele Herausforderungen gemeistert und die Medizinische Fakultät als Teil der Universitätsmedizin Halle (Saale) ein großes Stück vorangebracht. Dafür möchte ich allen Mitgliedern ausdrücklich meinen Dank aussprechen. In der neuen Amtszeit gilt es nun, die Arbeit genauso konstruktiv anzugehen und für die Fakultät, aber auch – in den gemeinsamen Vorstandssitzungen mit dem Klinikumsvorstand für das Universitätsklinikum – die besten Entscheidungen zu treffen. Ziel muss es nach wie vor sein, dass die Universitätsmedizin Halle (Saale) als wichtiger und großer Arbeitgeber, als hervorragende Ausbildungsstätte und als moderner Forschungsakteur bestmöglich in der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird“, so Gekle.

Neuer Prodekan Forschung und neues Mitglied im Fakultätsvorstand ist Prof. Dr. Patrick Michl, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I. Zu seiner neuen Aufgabe als Prodekan äußert er sich im folgenden Kurzinterview.

  • Prof. Michl, Sie sind seit 1. September 2018 Prodekan Forschung an der Medizinischen Fakultät. Welche Aufgaben haben Sie sich vorgenommen, was wollen Sie erreichen?

Zum einen will ich dazu beitragen, dass die nationale Sichtbarkeit unserer Universitätsmedizin noch mehr gefördert wird, sprich dass wir als Wissenschaftsstandort stärker zur Geltung kommen. Wir haben gute Leute, wir sind eine vergleichsweise kleine Fakultät, die bereits gut interagiert. Allerdings ist sicherlich noch Potenzial vorhanden, um weitere Synergien zu schaffen und die Akteure unserer Forschungsschwerpunkte innerhalb der halleschen Universitätsmedizin noch mehr zu vernetzen. Das wiederum soll dafür sorgen, dass es mehr gemeinsame Projekte, mehr Drittmittel-Förderung und damit auch mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und innerhalb der Universitätslandschaft gibt. Ich wünsche mir, Forschung nicht nur zu verwalten, sondern Anreize zu schaffen, die Forschung an unserer Fakultät quantitativ und qualitativ noch besser zu machen.

  • Wo sehen Sie die Fakultät forschungstechnisch, auch im Hinblick auf Verbünde, in vier Jahren?

Ich hoffe und sehe gute Chancen, dass aus unserem Graduiertenkolleg 1591 „RNA-Biologie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Sonderforschungsbereich der DFG entsteht. Außerdem erwarte ich, dass unser zweites GRK „ProMoAge“ in vier Jahren in der zweiten Förderphase steht und dass möglicherweise weitere GRKs bzw. Verbundinitiativen unter Beteiligung oder Federführung der Medizinischen Fakultät in der Antragstellung vorangekommen beziehungsweise bewilligt sind.

  • Welche Ideen haben Sie für das Prodekanat selber? Können sich unsere Forschenden denn auf Neuerungen oder ähnliches freuen?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass Prof. Vordermark exzellente Arbeit geleistet und das Prodekanat in seiner ihm eigenen ruhigen und besonnenen Art sehr gut geführt hat. Für mich ist es eine neue Aufgabe, in die man sich naturgemäß erst einfinden muss. Alleingänge wird es aber nicht geben, es kommt in diesem wichtigen Bereich essentiell auf gute Zusammenarbeit und Transparenz an. Ein bedarfsgerechter Ausbau unserer Core Facilities (CF) und Förderung der Biobank- und Informatik-Initiative gehört sicherlich zu den Prioritäten. Es ist aber aus meiner Sicht des Weiteren eine Diskussion wert, wie neben den bisher vergebenen leistungsorientierten Mitteln (LOM), die für die Einrichtungen ausgegeben werden, zusätzlich die individuelle Leistung einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser gewürdigt und gegebenenfalls finanziell berücksichtigt werden kann, beispielsweise in Form von Freistellungen oder finanziellen Anreizen. Das stellt ja auch eine Form der Würdigung eines wissenschaftlichen Vorhabens dar und erhöht die Motivation für unsere Forschenden. Das muss man in Ruhe gemeinsam analysieren.

KOMPAS-Halle startet im September Weiterbildungsprogramm für angehende Allgemeinmediziner

Die Weiterbildung für Allgemeinmediziner muss attraktiver werden, damit mehr junge Ärzte bereit sind, diese wichtige Disziplin des medizinischen Feldes auszufüllen. „Mehr Praxisnähe in der Ausbildung, mehr Informationen zu betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen sowie natürlich eine solide Wissensvermittlung zu medizinischen Themen, das sind die Hauptforderungen von angehenden Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern während ihrer Weiterbildung“, fasst Professor Dr. Thomas Frese, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zusammen.

Hier setzt das Seminarprogramm vom Kompetenzzentrum für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin KOMPAS in Halle an, das zusammen mit Profis aus Wissenschaft und Praxis und in Zusammenarbeit mit dem SkillsLab im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gestaltet wird. Es steht allen Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung (ÄiW) in Sachsen-Anhalt offen.

Start des Seminarprogramms ist am 21. September 2018 mit den Themen Berufstheorie, Praxismanagement, Haftungsfragen und Leichenschau. Weiterbildungsbefugte können bei Prof. Andreas Klement die Technik des One-Minute-Feedbacks erlernen, um so auch die Betreuung der Ärzte in Weiterbildung in den Praxen zu verbessern.  Weiterlesen

Mit wissenschaftlichem Austausch den Horizont erweitern

Der wissenschaftliche Austausch über Ländergrenzen hinweg wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität mehr und mehr ausgebaut und beruht dabei nicht unwesentlich auf dem persönlichen Engagement einzelner. Nicht nur, dass Nachwuchswissenschaftler/innen aus Halle im Ausland forschen, sondern ebenso kommen ausländische Forschende an die hallesche Universitätsmedizin zu Besuch.

Aaron Berger (l.) und Kriti Sood haben fünf Wochen in Halle verbracht.

So gibt es beispielsweise einen Austausch zwischen der Columbia University in New York City und der Medizinischen Fakultät in Halle im Rahmen des Präparierkurses am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Jüngst waren mit Aaron Berger und Kriti Sood zwei Zahnmedizin-Studierende für fünf Wochen in Halle zu Gast, die zuvor Teil des internationalen Kurs-Projektes waren.

„Wir wurden in Halle herzlich willkommen geheißen und haben viel gelernt“, sagt Kriti, die nach ihrem Bachelor in Biologie und Immunologie nun an der Columbia Zahnmedizin studiert. „Die Fakultät ist kleiner als unsere und es gibt hier bereits im Studium eine größere Bandbreite im praktischen Bereich“, hat Aaron festgestellt. Er ist wie Kriti ab Herbst im zweiten Studienjahr und hat zuvor einen Bachelorabschluss in Business Administration erworben. „Das Bildungssystem ist da anders als in Deutschland“, sagt er. Man könne vor der „Medical School“ etwas völlig fachfremdes studiert haben. Weiterlesen

Nächster „eMERgency in cinema“-Filmabend

Der nächste Film der Veranstaltungsreihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“ steht in den Startlöchern. Am Mittwoch, dem 20. Juni 2018, wird Andreas Dresens Film „Halt auf halber Strecke“ gezeigt.

Diesmal wird der Film durch eine Einführung und Diskussion mit Prof. Dr. Jan Schildmann (Direktor) und Dr. Florian Bruns, beide vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg begleitet. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Klinische Ethik, Ethik der Forschung mit  Menschen, Norm und Empirie in der Medizinethik (Schildmann) bzw. ethische Fragen am Lebensende (Bruns).

Zum Film: Frank Lange ist ein 44jähriger, durchschnittlicher Familienvater, mit Reihenhaus, Frau und zwei Kindern. Sein durchschnittliches Leben bricht plötzlich zusammen, als bei ihm ein bösartiger und inoperabler Gehirntumor diagnostiziert wird.

Er dokumentiert das Fortschreiten seiner Krankheit mit dem eigenen Smartphone. Während seine Familie zunehmend mit der Situation überfordert ist, verliert Frank immer öfter die Orientierung und unterliegt, gezeichnet durch die Krankheit und Einnahme
von Schmerzmitteln, einer starken Persönlichkeitsveränderung.

Andreas Dresens Film dokumentiert mit einfühlsamer Nähe und beeindruckendem Realismus Krankheit und Sterben seines Protagonisten. Was dieser Prozess nicht nur für den Patienten selbst, sondern auch für dessen Familie bedeutet, wird vor allem durch die großartigen Hauptdarsteller greifbar. Durch Laiendarsteller erhält der Film zudem eine Authentizität, die so im Kino nur selten zu erleben ist. „Halt auf freier Strecke“ zeigt die banalen und grausamen Momente des Sterbens ebenso wie Momente von Wärme, Würde und Barmherzigkeit, um die die Familie zunehmend kämpfen muss.

Alle Veranstaltungen finden im Luchs.Kino am Zoo statt.
Der Eintritt beträgt 7 € bzw. 5,50 € ermäßigt.

Weitere Informationen im Wissenschaftskalender hier auf dem Blog oder unter:
https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema
https://www.facebook.com/luchskino

Speed-Dating mit der Wissenschaft: 4. Kongress für Promovierende der Medizinischen Fakultät Halle

Alle zwei Jahre stehen die Doktorandinnen und Doktoranden der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Mittelpunkt. Dann bietet ihnen ein eigener Kongress die Möglichkeit, ihre Dissertationsthemen einem größeren Publikum zu präsentieren. Mittlerweile wird der Kongress für Doktorandinnen und Doktoranden zum vierten Mal veranstaltet. Das wissenschaftliche Programm findet am Freitag, dem 10. November ab 9.30 Uhr im Hörsaalgebäude (FG 5/6) am Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, statt. Gäste und Interessierte sind willkommen.

„Der Kongress ist so organisiert wie eine offizielle wissenschaftliche Tagung, so dass die Doktoranden erfahren können, worauf es dabei ankommt“, erklärt der Prodekan für Nachwuchsförderung der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Michael Bucher. Das heißt, dass die Nachwuchswissenschaftlicher im Vorfeld kurze Zusammenfassungen ihrer Forschungsprojekte einreichen müssen, ihre Erkenntnisse auf wissenschaftlichen Postern abbilden oder Vorträge vorbereiten müssen, die sie vor ihren Mitstudierenden halten. So, wie es auf wissenschaftlichen Tagungen weltweit üblich ist.

Die insgesamt 92 Vorträge finden dabei in vier jeweils einstündigen Zeitabschnitten statt, wobei immer zwei Sessions parallel in den Hörsälen 1 und 2 stattfinden. Die Referate bilden dabei eine große Bandbreite der an der Medizinischen Fakultät angesiedelten Forschungsschwerpunkte Epidemiologie & Pflegeforschung sowie Molekulare Medizin der Signaltransduktion ab. Nach jeder Vortragssession findet dann im Foyer des Lehrgebäudes eine halbstündige Posterbesichtigung statt. Das genaue Programm und die Vortragsthemen sind hier (rechte Menüleiste, Punkt 5) zu finden. Die Vorträge und Poster werden zudem bewertet und die besten prämiert. Weiterlesen

Finale einer 135-jährigen Geschichte: Zahnklinik der halleschen Universitätsmedizin wird am neuen Standort eingeweiht

Das Durchschneiden des Bandes im studentischen Behandlungssaal durch Ministerpräsident Reiner Haseloff markierte die offizielle Einweihung der neuen Zahnklinik.
Fotos: Fotostelle UKH

Kurz vor halb 6 am Abend ist der große Moment gekommen: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff greift zur Schere, fordert die beiden Studentinnen auf „rutscht ran hier“ und durchschneidet begleitet vom Klicken der Kameras das glänzend-rote Band. Die hallesche Zahnklinik ist damit am neuen Standort auf dem Medizin-Campus Steintor in der Magdeburger Straße offiziell eingeweiht. Der feierliche Akt setzte den Schlussakzent an eine nervenaufreibende Zeit.

2012 ist das Schicksalsjahr für die hallesche Zahnklinik gewesen. Ein großer Wasserschaden am alten Standort in der Großen Steinstraße führte zu der Frage: Wie soll es weitergehen? Dass diese zu einer existenziellen Bedrohung für die gesamte hallesche Universitätsmedizin werden sollte, machte die kommende Zeit aufreibend, weckte aber auch den Kampfgeist, der 2013 unter dem Motto „Halle bleibt!“ sichtbar wurde.

Daran erinnerten der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale) PD Dr. Thomas Klöss, Ministerpräsident Haseloff, der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Michael Gekle, der Vizepräsident der sachsen-anhaltischen Zahnärztekammer Dipl.-Stom. Maik Pietsch, die Präsidentin der Ärztekammer Dr. Simone Heinemann-Meerz und der Chef des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Prof. Dr. Hans-Günter Schaller in ihren Reden. Weiterlesen

Polnische Famulanten und armenische Professorin sind zu Gast in Halle

Die Universitätsmedizin Halle (Saale), und insbesondere die Universitäts- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, sind derzeit Gastgeber für Studierende aus Polen sowie eine Professorin aus Armenien.

Wie in jedem Jahr seit 2005 sind auch in diesem Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und wurden von Prof. Stefan Plontke, Direktor der HNO-Klinik, und dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle, begrüßt. Bis 29. September durchlaufen Jakub Kramek, Jan Szymczak und Anita Kaczmarek mehrere Stationen im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Famulatur ist ein Teil des Studiums.

Die polnischen Famulanten wurden von Prof. Stefan Plontke (links), Dr. Tomasz Banisch (2.v.r.) und Prof. Michael Gekle (rechts) begrüßt.
Fotos: Fotostelle UKH

„Die drei Studierenden hatten vorher einige Wünsche geäußert und wir haben versucht, diese bestmöglich im Einsatzplan umzusetzen“, sagt Prof. Plontke. Er ist seit zwei Jahren Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań.

So werden die Studierenden des 4. beziehungsweise 5. Studienjahres in den Kliniken für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie (Prof. Dr. Jörg Kleeff), Dermatologie und Venerologie (Prof. Dr. Cord Sunderkötter), Radiologie (Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth), Innere Medizin I (Prof. Dr. Patrick Michl) und Innere Medizin III (Prof. Dr. Ulrich Hofmann), Pädiatrie I (PD. Dr. Roland Haase) und Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin (Prof. Dr. Michael Bucher) sowie im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Karl-Stefan Delank) mitarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Außerdem besuchen sie in den ersten beiden Wochen täglich einen Deutschkurs. Auch in diesem Jahr engagiert sich Prof. Albert Krause und unternimmt mit den Gästen eine Tour durch Halle sowie eine Fahrt nach Weimar.

Zum dreizehnten Mal absolvieren polnische Studierende am halleschen Universitätsklinikum ihre Famulatur. Insgesamt waren seit 2005 mehr als 70 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

1975 initiierten der mittlerweile verstorbene Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät Halle. Seither treffen sich die Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Associate Professor Sona Sargsyan arbeitet in Halle an einem Sprachverstehen-Test auf Armenisch.

Bereits zum zweiten Mal für einen dreimonatigen Aufenthalt ist Associate Professor Sona Sargsyan von der Staatlichen Universität Jerewan in Armenien an der Klinik zu Gast. Die Hals-Nasen-Ohrenärztin forscht gemeinsam mit halleschen Kollegen an einem Sprachhörtest in ihrer Muttersprache. „So etwas gibt es bisher in Armenien nicht, es entsteht also völlig neues Material für die Diagnostik von Hörstörungen. Und es wird Zeit dafür“, sagt sie. Doch nicht nur den Menschen in Armenien helfe dieser Test, sondern allen weltweit, die Armenisch als Muttersprache haben. Sargsyan nennt es die „armenische Diaspora“.

Es gehe darum, das Hör- und Sprachvermögen zu testen, um den Bedarf von Hörhilfen zu ermitteln oder beispielsweise Hörgeräte besser zu programmieren. „Es geht darum herauszufinden, wie gut Menschen Sprache verstehen. Wir nutzen dazu einzelne Wörter und Zahlen, aber auch komplette Sätze. Solche Tests gab es bisher nicht“, sagt sie. Damit könne getestet werden, ob Hörstörungen vorliegen und welche das seien. Solche Tests gebe es für Kinder und Erwachsene, im hiesigen Fall sei er aber zunächst für Erwachsene konzipiert.

Daher werde der Hörtest neben einer geräuschlosen auch in einer geräuschvollen Umgebung durchgeführt. „Es kommt häufig vor, dass Menschen vor allem dann Probleme haben, wenn es um sie herum laut ist oder viele Geräusche zusammenkommen“, erklärt Sargsyan. Zunächst werde der vorläufige Test an der HNO-Klinik am halleschen Universitätsklinikum durchgeführt und wenn sie zurückkehre dann auch in Armenien.

Erstmals war Prof. Sargsyan 2013 über den DAAD in Halle, hatte an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet und war an einer Publikation mit den halleschen Kollegen beteiligt. „Sie war uns damals schon positiv aufgefallen“, sagt apl. Prof. Torsten Rahne. Seitdem ist der Kontakt zwischen Halle und Jerewan nicht abgerissen. Rahne besuchte im vergangenen Jahr Sargsyans Universität in Armenien und hat dort Kurse gegeben. „Es ist uns wichtig, Ländern zu helfen, die es nicht so gut haben“, sagt Rahne, der auch im aktuellen Fall das Projekt leitet, an dem Sargsyan arbeitet. „Ich erhalte von Prof. Rahne und Prof. Plontke sehr viel Unterstützung. Und ich als Spezialistin bin dem DAAD für diese einzigartige Chance sehr dankbar, denn damit kann ich auch die Behandlung der Menschen in Armenien verbessern“, sagt die junge Frau, die neben ihrer Muttersprache auch Russisch und Englisch spricht und nun noch Deutsch lernt.

Sie könne sich auch sehr gut einen weiteren Besuch in Deutschland vorstellen, denn: „Die Kollegen hier sind hochqualifiziert und ich kann für mein Fachgebiet viel lernen.“

15. Juli: Countdown für die Bewerbung für den Studiengang „Evidenzbasierte Pflege“ läuft

Noch bis zum 15. Juli kann man sich für den primärqualifizierenden Bachelorstudiengang „Evidenzbasierte Pflege“ bewerben. Dieses deutschlandweit einzigartige Studium wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg seit vergangenem Jahr ganz neu angeboten. Studienbeginn ist das Wintersemester 2017/2018.

Es winken zwei Abschlüsse: einerseits der Bachelor of Science (B.Sc.) und andererseits der Berufsabschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Die Ausbildung, sowohl im Studium als auch in der Praxis, erfolgt dabei unter dem Dach der Medizinischen Fakultät und damit auf akademischem Niveau. Für die Praxisphasen am Universitätsklinikum Halle (Saale) wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Des Weiteren können Studierende beispielsweise Ausbildungsförderung (Bafög) beantragen.

Mit ihrem Wissen können die Absolventen andere Pflegekräfte anleiten, Literatur und Forschungsberichte kritisch hinterfragen sowie Patientinnen und Patienten kompetent unterstützen. Weiterlesen

Wissenschaftlerinnen informieren sich über interprofessionelles Lernen in Schweden

Pflegewissenschaftlerin Dr. Christiane Luderer und Ärztin Christiane Ludwig von der Universitätsmedizin Halle (Saale) haben vor einiger Zeit die Gelegenheit gehabt, an einer viertägigen Studienreise der Robert Bosch Stiftung nach Schweden teilzunehmen, um die dortige Lernkultur und didaktische Konzepte zum interprofessionellen Lernen kennenzulernen. Die Reise fand im Rahmen des Projektverbundes „Operation Team“ statt, in dem Projekte gefördert werden, die das Interprofessionelle Lernen in den Gesundheitsberufen in verschiedenen didaktischen Ansätzen und Settings etablieren.

Eines der geförderten Projekte, GReTL 2.0, wird gemeinsam von Vertretern verschiedener Gesundheitsberufe der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Halle umgesetzt. Unter dem Projektnamen GReTL verbirgt sich die Abkürzung „Gesundheitsberufe im reflexiven und transformativen Lernen“. Das Ziel des am Dorothea-Erxleben-Lernzentrum Halle etablierten Projektes besteht darin, angehende Pflegende und Mediziner/innen in gemeinsamen Lernstationen auf die zukünftige Zusammenarbeit vorzubereiten. Sie sollen die jeweiligen Zuständigkeiten der Gesundheitsberufe in Einzelfallbearbeitungen erkennen und auf andere Praxissituationen übertragen.

Auch das Karolinska-Institut in Schweden wurde für einen Vortrag besucht. (Foto: privat)

Mit dem Ziel des persönlichen Erfahrungsaustauschs besuchten die Projektmitarbeiterinnen verschiedene Gesundheitseinrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung in Stockholm, mehrere Ausbildungsstationen und Hochschulen. Auch die Aual Medica des renommierten Karolinska-Instituts war für einen Vortrag von und den Austausch mit den Expertinnen für interprofessionelles Lernen, Margaretha Forsberg Larm und Maria Kvarnström darunter.

„Mich hat die extreme Wertschätzung der interprofessionellen Lehre seitens aller Berufsgruppen und die motivierend-freundliche Lernkultur enorm beeindruckt. Ich empfand die ehrlichen Einblicke in die Zusammenarbeit der schwedischen Kolleginnen und Kollegen als sehr angenehm“, sagt Dr. Luderer, die derzeit mit der wissenschaftlichen Projektkoordination von GReTL beauftragt ist. Christiane Ludwig ergänzt: „Diese Wertschätzung ist auch in der täglichen klinischen Praxis fühlbar gewesen, es gibt ganz andere Rahmenbedingungen für die klinische Arbeit als in Deutschland. Dies erleichtert auch die interprofessionelle Zusammenarbeit.“ Weiterlesen