Letzter Film bei „eMERgency in cinema“ im Sommersemester

Das Sommersemester neigt sich dem Ende zu und somit auch die vorlesungsfreie Zeit. Zum Abschluss zeigt die Filmveranstaltung „eMERgency in cinema“ den Streifen „My Son, My Son, What Have Ye Done“ aus dem Jahr 2009 – und zwar im englischen Original mit deutschen Untertiteln. gezeigt. Als Experten werden Dr. Eva-Maria Fahmüller und Dr. med. Stephan Röttig im Kinosaal den Film anmoderieren und stehen im Nachgang auch als Diskussionspartner zur Verfügung.

Zum Film: Der Student Brad Macallam tötet seine Mutter und verschanzt sich mit zwei Geiseln in seinem Elternhaus. Zwei Detectives versuchen herauszufinden, weshalb Brad den Mord beging und wie die Situation deeskaliert werden könnte, ohne das Leben der Geiseln zu gefährden. Hierzu befragen sie seine Verlobte Ingrid und den Leiter der Schauspielgruppe, mit der Brad die Orestie nach Aischylos einstudiert hatte. Nach und nach zeigt sich, dass Brad in Folge eines traumatischen Erlebnisses eine schizophrene Störung entwickelte und zunehmend den Bezug zur Realität verloren hat. Er fühlt sich in mystisch-narzisstischer Weise mit Gott verbunden und auch seine Rolle als der Muttermörder Orest gräbt sich tief in seine Persönlichkeit ein.

Werner Herzogs Film ist stilistisch eng mit dem Werk von David Lynch verbunden und man kann sich kaum einen besseren Orientierungspunkt vorstellen, wenn es um die Thematisierung von Realitätsverlust, Paranoia und Halluzinationen geht. Brads Schizophrenie wird im Kino sicht- und fühlbar, Herzog schafft beim Publikum selbst immer wieder Unsicherheit, ob das Gesehene real oder Teil von Brads Wahrnehmungsstörung ist. Dass auch hier wieder eine psychische Störung im Film mit Gewalt verbunden wird, lädt ebenso zur kritischen Diskussion des herausragenden Filmes ein wie Herzogs Kunst der Publikumsverwirrung.

Zu den Experten:

Dr. Eva-Maria Fahmüller ist freie Dramaturgin und Dozentin, unter anderem an der Filmuniversität Babelsberg. Sie leitet die Masters School Drehbuch in Berlin. Zudem ist sie Vorstandsvorsitzende von VeDRA, dem Verband für Film- und Fernsehdramaturgie. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Darstellung psychischer Krankheiten in Film und Fernsehen in zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Essays.

Dr. med. Stephan Röttig hat als Oberarzt der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universitätsmedizin Halle (Saale) umfangreiche Erfahrungen mit Betroffenen, die unter einer veränderten Realitätswahrnehmung leiden.

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.
Weitere Informationen auch unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema

Erneut verbringen polnische Studierende ihre Famulatur in Halle

Mehr als ein Jahrzehnt ist die Universitätsmedizin Halle (Saale) nun bereits Gastgeber für Studierende aus Polen. Im 13. Jahr sind Medizin-Studierende aus dem polnischen Poznań (Posen) für einen Monat im Rahmen ihrer Famulatur in Halle und arbeiten bis Ende September an verschiedenen Kliniken mit. Die Famulatur ist als Pflichtpraktikum Teil des Studiums und kann auch im Ausland absolviert werden.

Die polnischen Famulanten (3., 5., 7. und 9. von links) mit ihren Betreuerinnen und Betreuern am UKH (Foto: Fotostelle UKH)

In diesem Jahr gewähren die Universitätskliniken und Polikliniken für Innere Medizin II (Prof. Dr. Matthias Girndt), Innere Medizin III (Prof. Dr. Michel Noutsias), Innere Medizin IV (PD Dr. Lutz Müller), Gynäkologie (Prof. Dr. Christoph Thomssen), Geburtshilfe (Prof. Dr. Michael Tchirikov), Augenheilkunde (Prof. Dr. Arne Viestenz) und das Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (Prof. Dr. Stefan Delank) Einblicke in ihren klinischen Alltag. Parallel dazu werden die polnischen Famulanten Wiktoria Langkafel, Aleksandra Derwich, Monika Serkowska, Wojciech Piechowiak und Sara Królik in den ersten beiden Wochen auch einen Deutschkurs absolvieren.

„Wir haben wieder versucht, den Studierenden bezüglich der Einsatzmöglichkeiten Wünsche zu erfüllen“, sagt Prof. Dr. Stefan Plontke. Der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie ist Beauftragter der Medizinischen Fakultät für die Zusammenarbeit Halle-Poznań. Wie jedes Jahr engagiert sich auch Prof. Albert Krause, der längst im Ruhestand ist, und unternimmt mit den Gästen eine Tour.

„Wir freuen uns sehr, dass das Interesse und die Freude an dem langjährigen Austausch sowohl hier in Halle als auch in Polen ungebrochen sind und wir großes Engagement von den angefragten Kliniken im UKH erfahren. Damit können die Studierenden in verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln und ihre praktischen Fähigkeiten ausbauen“, sagt Dr. Tomasz Banisch, der die Famulanten unter anderem betreut. Insgesamt waren seit 2005 rund 80 polnische Medizinstudierende in Halle zu Gast.

Bereits 1975 initiierten Professor Dr. Dr. h. c. Jan Hasik aus Poznań und Professor Dr. Dr. h. c. Seige aus Halle, die mittlerweile beide verstorben sind, die Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität „Karol Marcinkowski“, Poznań und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seither treffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem alle zwei Jahre wechselseitig bei Symposien in Poznań und Halle, um Forschungsergebnisse auszutauschen.

Neue Amtszeit für Dekan und Fakultätsvorstand hat begonnen

Die neue Amtszeit des Dekans und des neuen Fakultätsvorstandes der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beginnt am 1. September 2018. Dieser besteht weiterhin aus dem Dekan Prof. Dr. Michael Gekle und den Prodekanen Prof. Dr. Michael Bucher (Nachwuchsförderung), Prof. Dr. Matthias Girndt (Studiendekan) und Prodekanin Prof. Dr. Gabriele Meyer (Genderfragen). Prof. Dr. Hans-Günter Schaller hat zudem nach wie vor den Status des Vertreters der Zahnmedizin. Die Vertreter hatte Gekle nach seiner erneuten Wahl zum Dekan auch für die nächste Amtszeit vorgeschlagen und sie waren im Fakultätsrat wiedergewählt worden. Zum Vorstand gehört aber auch der Prodekan Forschung und hier gibt es eine Veränderung.

Prof. Dr. Dirk Vordermark, Direktor des Departments für Strahlenmedizin und der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie, hat sein Amt als Prodekan auf eigenen Wunsch abgegeben und gehört dem Vorstand nicht mehr an. Vordermark hatte sechs Jahre die Leitung des Prodekanats Forschung inne und saß in dieser Funktion auch dem Forschungsausschuss der Fakultät vor. Er bleibt aber weiterhin Vorsitzender der Arbeitsgruppe Großgeräte.

„Der Vorstand hat in den vergangenen vier Jahren viele Herausforderungen gemeistert und die Medizinische Fakultät als Teil der Universitätsmedizin Halle (Saale) ein großes Stück vorangebracht. Dafür möchte ich allen Mitgliedern ausdrücklich meinen Dank aussprechen. In der neuen Amtszeit gilt es nun, die Arbeit genauso konstruktiv anzugehen und für die Fakultät, aber auch – in den gemeinsamen Vorstandssitzungen mit dem Klinikumsvorstand für das Universitätsklinikum – die besten Entscheidungen zu treffen. Ziel muss es nach wie vor sein, dass die Universitätsmedizin Halle (Saale) als wichtiger und großer Arbeitgeber, als hervorragende Ausbildungsstätte und als moderner Forschungsakteur bestmöglich in der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird“, so Gekle.

Neuer Prodekan Forschung und neues Mitglied im Fakultätsvorstand ist Prof. Dr. Patrick Michl, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I. Zu seiner neuen Aufgabe als Prodekan äußert er sich im folgenden Kurzinterview.

  • Prof. Michl, Sie sind seit 1. September 2018 Prodekan Forschung an der Medizinischen Fakultät. Welche Aufgaben haben Sie sich vorgenommen, was wollen Sie erreichen?

Zum einen will ich dazu beitragen, dass die nationale Sichtbarkeit unserer Universitätsmedizin noch mehr gefördert wird, sprich dass wir als Wissenschaftsstandort stärker zur Geltung kommen. Wir haben gute Leute, wir sind eine vergleichsweise kleine Fakultät, die bereits gut interagiert. Allerdings ist sicherlich noch Potenzial vorhanden, um weitere Synergien zu schaffen und die Akteure unserer Forschungsschwerpunkte innerhalb der halleschen Universitätsmedizin noch mehr zu vernetzen. Das wiederum soll dafür sorgen, dass es mehr gemeinsame Projekte, mehr Drittmittel-Förderung und damit auch mehr Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und innerhalb der Universitätslandschaft gibt. Ich wünsche mir, Forschung nicht nur zu verwalten, sondern Anreize zu schaffen, die Forschung an unserer Fakultät quantitativ und qualitativ noch besser zu machen.

  • Wo sehen Sie die Fakultät forschungstechnisch, auch im Hinblick auf Verbünde, in vier Jahren?

Ich hoffe und sehe gute Chancen, dass aus unserem Graduiertenkolleg 1591 „RNA-Biologie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Sonderforschungsbereich der DFG entsteht. Außerdem erwarte ich, dass unser zweites GRK „ProMoAge“ in vier Jahren in der zweiten Förderphase steht und dass möglicherweise weitere GRKs bzw. Verbundinitiativen unter Beteiligung oder Federführung der Medizinischen Fakultät in der Antragstellung vorangekommen beziehungsweise bewilligt sind.

  • Welche Ideen haben Sie für das Prodekanat selber? Können sich unsere Forschenden denn auf Neuerungen oder ähnliches freuen?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass Prof. Vordermark exzellente Arbeit geleistet und das Prodekanat in seiner ihm eigenen ruhigen und besonnenen Art sehr gut geführt hat. Für mich ist es eine neue Aufgabe, in die man sich naturgemäß erst einfinden muss. Alleingänge wird es aber nicht geben, es kommt in diesem wichtigen Bereich essentiell auf gute Zusammenarbeit und Transparenz an. Ein bedarfsgerechter Ausbau unserer Core Facilities (CF) und Förderung der Biobank- und Informatik-Initiative gehört sicherlich zu den Prioritäten. Es ist aber aus meiner Sicht des Weiteren eine Diskussion wert, wie neben den bisher vergebenen leistungsorientierten Mitteln (LOM), die für die Einrichtungen ausgegeben werden, zusätzlich die individuelle Leistung einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser gewürdigt und gegebenenfalls finanziell berücksichtigt werden kann, beispielsweise in Form von Freistellungen oder finanziellen Anreizen. Das stellt ja auch eine Form der Würdigung eines wissenschaftlichen Vorhabens dar und erhöht die Motivation für unsere Forschenden. Das muss man in Ruhe gemeinsam analysieren.

1. „Mitteldeutscher Pflege-Hackathon“ vom 21. bis 23. September in Halle (Saale)

Kreative Köpfe aus den Bereichen Medizin, Pflege, Informatik und Design sowie jeder andere, der sich für Digitalisierung interessiert, können ihre Ideen beim „1. Mitteldeutschen Pflege-Hackathon“ des Bündnisses Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG) einbringen.

Der findet unter dem Thema „Digitalisierung in der Pflege“ vom 21. bis 23. September 2018 in Halle statt. Veranstaltungsort ist die ehemalige Universitätsklinik für Orthopädie – Medizin-Campus Steintor, Magdeburger Straße 22. Im Mittelpunkt steht die Bearbeitung von Challenges wie Digitale Vernetzung und Kommunikation von älteren Menschen in neuen Wohnumgebungen, Digitale Wunddokumentation, ein starkes Herz mit Digitalisierung oder auch bedarfsorientierte Pflegeunterstützung finden und entwickeln oder Berufsperspektiven in der Pflege 4.0.

„Der erste TDG-Hackathon ist ein völlig neues Format und wir brauchen viele kreative Köpfe aus Mitteldeutschland, um die digitale Gesundheitsversorgung der Zukunft beginnen zu lassen“, sagt Dr. Patrick Jahn von der Stabsstelle Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle (Saale), der einer der TDG-Projektverantwortlichen ist. „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung geht uns alle an und in unserem Hackathon können wir diese in intensiven 48 Stunden völlig neu denken und gestalten. Hierfür steht uns eine alte Klinik und jede Menge modernster Technik zur Verfügung: Vom Roboter Pepper bis zur Holo-Lens und 3D-Druck. Und neben Coaches aus vielen innovativen Unternehmen und Start-Ups kommt zu den Gruppen auch der Pitchdoktor.“

Wer wissen, will, was es mit dem auf sich hat, sollte sich bis 14. September anmelden. Die Teilnahme ist gratis, es wird bei der Registrierung jedoch ein Pfand von 30 Euro erhoben, das auf dem Event an alle Teilnehmenden direkt zurückgezahlt wird.

TDG ist eines von 32 Bündnissen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus insgesamt 105 Bündnis-Vorschlägen für die zweite Förderphase, die sogenannte Konzeptphase, des „WIR!- Wandel durch Innovationen in der Region“ Programmes ausgewählt wurden. Dieses Programm wurde vom BMBF aufgelegt, um einen innovationsbasierten Strukturwandel in verschiedenen Bereichen, wie bspw. der Gesundheitsversorgung, in den neuen Bundesländern voranzutreiben. Hierfür werden rund 150 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Die vollständige Übersicht aller Challenges beim Hackathon, weitere Informationen zu Preisen, Coaches und nutzbarer Technik sowie die Möglichkeit, sich anzumelden, unter: http://tdg.innovate.healthcare

Medizinische Fakultät Halle schließt Kooperationsvertrag mit der Columbia University in New York

Seit einigen Jahren gibt es bereits eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, nun ist sie offiziell und schriftlich in eine Vereinbarung gegossen worden: Die Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ihrem Gegenpart, dem Vagelos College of Physicians and Surgeons an der renommierten Columbia University in New York, USA. Konkret kooperieren die beiden anatomischen Institute miteinander.

„Es ist die erste Hochschulkooperation einer Fakultät der Martin-Luther-Universität mit New York. In Bezug auf eine Medizinische Fakultät ist es deutschlandweit eine der wenigen, die die Columbia University eingeht“, sagt Prof. Dr. Heike Kielstein. Die Direktorin des halleschen Instituts für Anatomie und Zellbiologie und ihre New Yorker Kollegin Prof. Dr. Anette Wu, die sich aus ihrer Zeit in Hannover kennen, haben die Zusammenarbeit aufgebaut. Zunächst wurde 2014 dank der neuen technischen Möglichkeiten sozusagen ein ozeanübergreifender Anatomie-Unterricht initiiert und dann auch der persönliche Austausch vorangetrieben.

„Konkret heißt das, dass einerseits unsere und die amerikanischen Studierenden des gleichen Semesters gemeinsam ihren Präparierkurs absolvieren und sich über Fragestellungen und Kursinhalte, aber auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bildungs- und gesellschaftlichen System austauschen. Dabei befindet sich jeder an seiner eigenen Fakultät und der Kontakt besteht über Video-Chats. Das ist mit der Zeitverschiebung jedes Mal sportlich, zumal neuerdings auch Japan, Taiwan und Australien mit insgesamt elf Partneruniversitäten beteiligt sind.

Andererseits bedeutet es aber auch wechselseitige Studien- und Forschungsaufenthalte sowie gemeinsame Forschungsaktivitäten“, sagt Kielstein. In diesem Jahr waren zwei Zahnmedizin-Studierende und eine Humanmedizin-Studentin für einige Wochen im Sommer in Halle zu Gast. Aktuell hält sich eine hallesche Studentin für einen Forschungsaufenthalt an der Columbia University auf.

Auf Betreiben von Kielstein und Wu ist daraus nun ein Vertrag zwischen beiden Fakultäten geworden, der dem wissenschaftlichen Austausch einen offiziellen Rahmen gibt. „Damit einher geht auch die Vereinbarung, dass Studierende, die einen Forschungsblock oder beispielsweise für ihre Doktorarbeit einige Zeit an der Columbia verbringen, keine Studiengebühren zahlen müssen, die sonst an einer amerikanischen Universität üblich sind“, sagt Kielstein.

„Es ist toll, dass wir erreichen konnten, dass die erste internationale Zusammenarbeit zwischen den Medizinischen Fakultäten vereinbart wurde. Sie ermöglicht unseren Studierenden eine Erweiterung ihres Horizonts, die über die klassischen Ausbildungsinhalte hinausgeht und uns alle auch menschlich voranbringt. Wir hoffen, dass die Studierenden über den initialen Austausch hinaus weiter in Verbindung bleiben und somit ein kollegiales internationales Netzwerk aufbauen und ausbauen können“, sagt die New Yorker Professorin Anette Wu.

„Die Kooperation ist dem großen Engagement von Prof. Dr. Heike Kielstein und der Kollegin in den USA zu verdanken, die sich sehr darum bemüht haben. Dass wir als Fakultät, aber insbesondere auch unsere Studierenden, davon profitieren können und die Zusammenarbeit auf soliden Füßen steht, hat sich in der Praxis bereits bewährt“, so der Dekan der Medizinischen Fakultät Halle, Prof. Dr. Michael Gekle.

„Vera Drake“ ist der nächste Film in der „eMERgency in cinema“-Reihe

Beim nächsten „eMERgency in cinema“-Filmabend flimmert am 22. August der Streifen „Vera Drake“ über die Leinwand im Luchskino am Zoo in Halle. Darin geht es um das Thema Schwangerschaftsabbruch.

Zum Inhalt: Die Hausfrau Vera Drake lebt Anfang der 1950er Jahre in Großbritannien. Sie kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Familie und Freunde. Die lebensfrohe, kleine Frau verdient sich mit Putzarbeiten ein wenig Geld hinzu und hat für jeden ein offenes Ohr. Doch sie hütet auch ein Geheimnis: Sie führt trotz des geltenden Verbots Schwangerschaftsabbrüche für junge Frauen durch, die ungewollt schwanger geworden sind. Dabei geht es ihr nicht um Anerkennung oder Geld, sondern um notwendige Hilfe für Frauen in Not. Als es bei einer Abtreibung zu lebensgefährlichen Komplikationen kommt, wird das Leben von Vera Drake und ihrer Familie auf den Kopf gestellt.

Der Film begeistert aufgrund seiner Detailtreue und der schauspielerischen Leistung der Darsteller. Die Geschichte nimmt sehr präzise die gesellschaftlichen Hintergründe im Großbritannien der 50er Jahre  in den Blick und diskutiert die Frage nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches damit vor allem als soziale Frage. Das Thema der Abtreibung wird sensibel inszeniert und ist, obwohl in den meisten europäischen Ländern seit vielen Jahren stabile gesetzliche Regelungen diesbezüglich getroffen wurden, gesellschaftlich und in der ethischen Diskussion noch immer sehr relevant, wie nicht zuletzt die Diskussionen um den §219a des StGB zeigen. Dabei nimmt der Film eine interessante und sehr aktuelle Perspektive ein und fragt nicht nur, wie sehr ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen Frauen stigmatisiert, die einen Abbruch durchführen lassen, sondern auch, welche Folgen für jene entstehen, die einen Abbruch vornehmen.

Auch diesmal ist ein Experte vor Ort, der die Einführung zum Film und im Anschluss die Diskussionsmoderation übernimmt: Prof. Dr. med. Dr. agr. Bernd Fischer ist ehemaliger Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der MLU Halle-Wittenberg und war bis 2015 Professor für Anatomie und Reproduktionsbiologie. Seitdem nimmt er Lehraufträge u.a. am IWZ Medizin-Ethik-Recht wahr. Weiterhin ist er ehrenamtlich bei einer Beratungsstelle zum Thema Kinderwunsch tätig.

Die Reihe „eMERgency in Cinema“ wird vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Medizinischen Fakultät der Uni Halle zusammen mit dem Verein meris und dem Interdisziplinären Zentrum Medizin-Ethik-Recht der Uni Halle veranstaltet. Die gezeigten Filme greifen die Themen Medizin, Ethik und Recht im Film auf und sind gepaart mit Diskussionsrunden im Anschluss, die von verschiedenen Fachleuten moderiert werden.

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.
Weitere Informationen auch unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema

KOMPAS-Halle startet im September Weiterbildungsprogramm für angehende Allgemeinmediziner

Die Weiterbildung für Allgemeinmediziner muss attraktiver werden, damit mehr junge Ärzte bereit sind, diese wichtige Disziplin des medizinischen Feldes auszufüllen. „Mehr Praxisnähe in der Ausbildung, mehr Informationen zu betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Fragen sowie natürlich eine solide Wissensvermittlung zu medizinischen Themen, das sind die Hauptforderungen von angehenden Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern während ihrer Weiterbildung“, fasst Professor Dr. Thomas Frese, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zusammen.

Hier setzt das Seminarprogramm vom Kompetenzzentrum für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin KOMPAS in Halle an, das zusammen mit Profis aus Wissenschaft und Praxis und in Zusammenarbeit mit dem SkillsLab im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gestaltet wird. Es steht allen Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung (ÄiW) in Sachsen-Anhalt offen.

Start des Seminarprogramms ist am 21. September 2018 mit den Themen Berufstheorie, Praxismanagement, Haftungsfragen und Leichenschau. Weiterbildungsbefugte können bei Prof. Andreas Klement die Technik des One-Minute-Feedbacks erlernen, um so auch die Betreuung der Ärzte in Weiterbildung in den Praxen zu verbessern.  Weiterlesen

Mit wissenschaftlichem Austausch den Horizont erweitern

Der wissenschaftliche Austausch über Ländergrenzen hinweg wird an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität mehr und mehr ausgebaut und beruht dabei nicht unwesentlich auf dem persönlichen Engagement einzelner. Nicht nur, dass Nachwuchswissenschaftler/innen aus Halle im Ausland forschen, sondern ebenso kommen ausländische Forschende an die hallesche Universitätsmedizin zu Besuch.

Aaron Berger (l.) und Kriti Sood haben fünf Wochen in Halle verbracht.

So gibt es beispielsweise einen Austausch zwischen der Columbia University in New York City und der Medizinischen Fakultät in Halle im Rahmen des Präparierkurses am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Jüngst waren mit Aaron Berger und Kriti Sood zwei Zahnmedizin-Studierende für fünf Wochen in Halle zu Gast, die zuvor Teil des internationalen Kurs-Projektes waren.

„Wir wurden in Halle herzlich willkommen geheißen und haben viel gelernt“, sagt Kriti, die nach ihrem Bachelor in Biologie und Immunologie nun an der Columbia Zahnmedizin studiert. „Die Fakultät ist kleiner als unsere und es gibt hier bereits im Studium eine größere Bandbreite im praktischen Bereich“, hat Aaron festgestellt. Er ist wie Kriti ab Herbst im zweiten Studienjahr und hat zuvor einen Bachelorabschluss in Business Administration erworben. „Das Bildungssystem ist da anders als in Deutschland“, sagt er. Man könne vor der „Medical School“ etwas völlig fachfremdes studiert haben. Weiterlesen

„Frischekur“ für Meckelsche Sammlungen im Institut für Anatomie und Zellbiologie

Seyma Gül und Julia Hallasch (r.) kümmern sich um die Pflege der Sammlungen.

Damit die Meckelschen Sammlungen das interessante und einzigartige Kleinod bleiben, das sie sind, werden sie gut gepflegt. In diesen Wochen und Monaten erhalten mehrere Hundert Präparate in den anatomischen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sozusagen eine Frische-Kur: neue Etiketten und, wenn nötig, neue Flüssigkeit. Der Förderverein der Sammlungen hat dafür 2.000 Euro bereitgestellt. Zuständig für die praktischen Arbeiten sind Präparatorin Julia Hallasch und die Studentin Seyma Gül.

Seyma Gül weiß anhand von Listen, welche Präparate zu beschriften sind.

Auf dem Schreibtisch von Seyma Gül liegen mehrere Listen und Lagepläne der Schränke für den Raum 2 der Sammlungen, um den es aktuell geht. „Ich arbeite einen Schrank nach dem anderen ab. Es ist schon eine Geduldsarbeit, aber es macht Spaß“, erzählt die Studentin der Zahnmedizin im 6. Semester, die zusätzlich nun 26 Stunden pro Monat den Sammlungen widmet. Was das konkret heißt, wird deutlich, wenn man direkt in Raum 2 steht. Ein „Schrank“ ist eine der großen Glasvitrinen, von denen es mehrere in den Raum hineinragende Reihen gibt, plus die Glasschränke, die an den Wänden stehen. Weiterlesen

Nächster Filmabend der Reihe „eMERgency in cinema“ am 25. Juli

Der Roadmovie „Simpel“ (2017) ist Gegenstand des nächsten Filmabends in der Reihe „eMERgency in cinema – Medizin, Ethik & Recht im Film“. Gezeigt wird er am 25. Juli 2018 im Luchs.Kino am Zoo.

Wie immer ist auch diesmal ein Experte dabei, der eine Einführung zum Film gibt und hinterher als Diskussionspartner zur Verfügung steht. Diesmal ist das Prof. Dr. Georg Theunissen. Er ist Lehrstuhlinhaber für  Geistigbehindertenpädagogik und Pädagogik bei Autismus am Institut für Rehabilitationspädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Für letzteres hat er sogar die erste Professur im deutschsprachigen Raum. Er ist Vertreter des  Empowerment-Konzepts in der Behindertenarbeit und einer Inklusion im Sinne  uneingeschränkter Zugehörigkeit und Nicht-Aussonderung behinderter Menschen aus der Gesellschaft.

Zum Film:

Ben und Barnabas sind zwei unzertrennliche Brüder. Der geistig behinderte Barnabas, von allen Simpel genannt, lebt in seiner ganz eigenen Welt. Der Vater hat vor langer Zeit die Familie verlassen und will von seinem behinderten Sohn nichts wissen. Ben muss
sich sowohl um seinen Bruder als auch um seine kranke Mutter kümmern. Nach dem Tod der Mutter fliehen Ben und Simpel vor der Polizei, die Barnabas in ein Heim für geistig behinderte Menschen bringen will. Sie machen sich aus der norddeutschen Provinz auf den Weg nach Hamburg. Dies ist der Auftakt für ein Abenteuer zwischen emotionaler Rührung und Überforderung. Das Roadmovie ‚Simpel‘ ist eine Verfilmung des 2004 erschienenen gleichnamigen französischen Jugendbuchs von Marie-Aude Murail. Mit der Reise zweier ungleicher Brüder werden Themen von Familie und Freundschaft, des Erwachsenwerdens, der Emanzipation von den Eltern, von Verantwortung und Pflichtgefühl, von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen sowie Selbstbestimmung und Autonomie verhandelt. Die zum Teil komödiantische Inszenierung und die Besetzung der Hauptrolle mit einem nicht behinderten Schauspieler fordern dabei zur Diskussion der filmischen Darstellung der Lebenswelt und Lebenswirklichkeit behinderter Menschen heraus. Daran knüpft sich die generelle Frage nach den Potenzialen des Mediums Film zur Verhandlung von Diversität, Toleranz und Akzeptanz des Andersseins.
(Darsteller: David Kross, Frederick Lau, Emilia Schüle, Axel Stein; Regie: Markus Goller)

Der Eintritt für den Film kostet 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.

Weitere Informationen auch unter: https://blogs.urz.uni-halle.de/mrecinema